Bremen und Rastatt Daimler schickt wegen Chipkrise Tausende in Kurzarbeit

Erneut muss Daimler wegen fehlender Bauteile die Produktion runterfahren. Die Mercedes-Werke in Bremen und Rastatt schicken Tausende für gut eine Woche in Kurzarbeit. Die Chipkrise hat aber auch positive Seiten für die Autobauer.
Mercedes-Werk Bremen: Ein Mitarbeiter montiert den Stern am Kühlergrill

Mercedes-Werk Bremen: Ein Mitarbeiter montiert den Stern am Kühlergrill

Foto: Sina Schuldt / dpa

Angesichts weltweiter Lieferengpässe von wichtigen elektronischen Bauteilen schickt der Autobauer Daimler an vorerst mindestens zwei Standorten Tausende Mitarbeiter wieder in die Kurzarbeit. Betroffen ist nach Agenturberichten ein Großteil der Beschäftigten der Mercedes-Werke in Rastatt und Bremen. Daimler teilte am Mittwoch auf Anfrage mit, für die betroffenen Mitarbeiter an beiden Standorten sei Kurzarbeit jeweils von diesem Freitag an zunächst bis Ende kommender Woche beantragt worden.

In Bremer Werk sind mehr als 12.000 Mitarbeiter beschäftigt, in Rastatt rund 6500. Ausgenommen von der Kurzarbeit seien an beiden Standorten Mitarbeiter in "strategischen Projekten" und sogenannten Grundfunktionen, dazu zählt Daimler etwa die Bereiche Instandhaltung und Versorgung. Zunächst hatten lokale Medien über die Kurzarbeitspläne an den jeweiligen Standorten berichtet.

Daimler wagt keine Prognose für andere Fabriken

Die Autoindustrie kämpft seit Anfang des Jahres in Folge der Corona-Pandemie mit Engpässen bei Computerchips für Fahrzeuge. Die Chiphersteller hatten eine viel höhere Nachfrage aus der Elektronik- und Computerindustrie, die sie bevorzugt bediente. Daimler und Volkswagen mussten deshalb schon Ende Januar die Produktion herunterfahren, BMW dagegen bisher nicht. Weltweit halten Autobauer zeitweise die Bänder an.

Daimler äußerte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht im Detail zu der Frage, ob nun auch für weitere Werke Kurzarbeit geplant sei. Man sei im Austausch mit den Halbleiter-Lieferanten und passe "falls nötig" die "Fahrweisen in einzelnen Werken an", hieß es lediglich. Die Situation sei volatil, man fahre auf Sicht.

Die Lage bei der Versorgung mit Halbleitern sei so volatil, dass eine Prognose über die geschäftlichen Auswirkungen nicht möglich wäre. Nach Einschätzung von Analysten hat den Autobauern der Engpass unter dem Strich aber mehr genützt als geschadet. Denn das Neuwagenangebot wurde dadurch geringer, während in China und den USA die Nachfrage hoch ist. So konnten höhere Preise durchgesetzt werden. Daimler und BMW vermeldeten bereits Gewinnsprünge.

rei/DPA/Reuters