Kampf gegen die IG Metall Rechtsextreme legen bei Daimler-Betriebsratswahl zu

Daimler-Gebäude in Untertürkheim

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Rechtsruck bei der Daimler-Belegschaft: In den Betriebsrat des Mercedes-Werks in Untertürkheim ist eine von anderen Arbeitnehmervertretern als rechtsradikal kritisierte Liste erneut eingezogen. Die Liste Zentrum stelle künftig sechs Vertreter, zwei mehr als bislang, teilte der Betriebsrat des Werks am Dienstag auf Basis des vorläufigen Ergebnisses der Abstimmung mit.

Eine breite Mehrheit der Mandate eroberte erneut die IG Metall. Bei einer Wahlbeteiligung von 63,6 Prozent seien 75,7 Prozent der Stimmen auf die IG Metall entfallen, hieß es weiter. Diese stelle nun 37 der 47 Betriebsräte, drei mehr als bislang. Die Liste Zentrum kam auf den zweiten Platz, auf sie seien 13,2 Prozent der Stimmen entfallen.

Arbeitnehmervertreter hatten sich vor der Wahl besorgt gezeigt. "Der Betriebsrat distanziert sich strikt von allem rechtsradikalen und neonazistischen Gedankengut", hieß es in einer Erklärung aus dem Februar. Die für die Wahlen erneut kandidierende Liste der Organisation "Zentrum Automobil" wolle das Werk Untertürkheim offenbar zum Vorzeigeprojekt mit bundesweitem Vorbildcharakter machen.

Der schon länger als Betriebsrat bei Daimler (Kurswerte anzeigen) tätige Oliver Hilburger und seine Kollegen spielten nach Medienberichten früher in Bands der rechtsextremen Szene. Hilburger sprach der Selbstdarstellung der Organisation im Internet zufolge auch bei einer Veranstaltung der rechtsgerichteten "Pegida" in Dresden. Zentrum hat nach eigenen Angaben das Ziel, die IG Metall zu bekämpfen.

"Wir beobachten die Entwicklung genau", hatte Daimler erklärt: "Wir stehen zur freiheitlich demokratischen Grundordnung und erwarten von allen Mitarbeitern, dass sie Toleranz in ihrer täglichen Arbeit leben."

nis/rtr