Früherer Umstieg Ola Källenius beschleunigt Daimlers Elektrokurs

Konzernchef Ola Källenius bereitet Mercedes-Benz auf ein Extremszenario vor, falls Diesel- und Benzinantriebe doch schon 2030 verboten werden sollten, wie es die Grünen fordern. Deren Kanzlerkandidatin will sich nicht auf eine Jahreszahl festlegen.
Elektrifiziert: Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG

Elektrifiziert: Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG

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Silas Stein / dpa

Der Automobilhersteller Daimler bereitet sich auf ein mögliches früheres Aus für Benzin- und Dieselmotoren zumindest in Europa vor. Vorstandschef Ola Källenius (52) wolle die Elektrifizierung der Mercedes-Modellpalette weiter beschleunigen, heißt es in Konzernkreisen.  Etliche Elektroautos der ab 2024/2025 geplanten nächsten Generation sollten ein Jahr früher auf den Markt kommen als ursprünglich geplant. Mehr als die Hälfte der aktuellen Modelle bekommen in der Neuauflage nur noch Elektroantriebe, die Verbrennervarianten mit Benzin- und Dieselmotoren liefen so zügig aus. Selbst von einem – bislang rundweg abgelehnten – Einstieg in die Batteriezellenfertigung ist im Konzern die Rede.

Källenius wolle den beschleunigten Elektrokurs möglichst noch vor der Sommerpause öffentlich vorstellen, heißt es im Unternehmen. Der Konzernchef wolle Mercedes-Benz-Pkw vorbereiten auf ein Extremszenario wie das von den Grünen geforderte Aus für Verbrennerantriebe ab 2030.

Deren Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (40) hatte ihre Ziele Ende Mai dem Vorstand des Branchenverbandes VDA präsentiert. Auf die Frage nach einem Datum für das Verbrenner-Aus habe sie sich nicht exakt festlegen wollen, sagten Teilnehmer dem manager magazin.  Doch eins habe sie klargestellt: für den Verbrennungsmotor gäbe es mit den Grünen langfristig keine Zukunft.

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