Dienstag, 23. April 2019

Batteriefabrik Nummer 8 Daimler baut E-Auto-Batterien bald auch in Polen

Der Elektro-SUV EQC von Mercedes soll Mitte dieses Jahres auf den Markt kommen

Daimler will künftig auch in Polen Batterien für Elektroautos bauen und weitet damit sein weltweites Produktionsnetz aus. Am Standort in Jawor, wo demnächst bereits ein Motorenwerk mit rund 1000 Beschäftigten in Betrieb gehen soll, werde die Daimler-Tochter Mercedes-Benz Cars auch eine Batteriefabrik hochziehen, teilte der Konzern am Dienstag mit.

Mit der Erweiterung auf dem bestehenden Betriebsgelände entstünden dort rund 300 zusätzliche Arbeitsplätze. Die Investitionen bezifferte Daimler auf mehr als 200 Millionen Euro.

Insgesamt investiert der Konzern mehr als eine Milliarde Euro in einen globalen Produktionsverbund für Batterien. Aktuell gibt es weltweit acht Fabriken an sechs Standorten, darunter einen in Kamenz in Sachsen. Dort entsteht derzeit eine zweite Batteriefabrik, die Serienproduktion soll noch im Frühjahr starten.

Drei weitere Batteriefabriken sind in Untertürkheim und Sindelfingen geplant. In China baut Daimler zusammen mit dem Partner BAIC in Peking eine gemeinsame Produktion von Energiespeichern auf. Weitere Standorte gibt es in der Nähe des Mercedes-Werks in Tuscaloosa in den USA sowie in Thailand (Bangkok).

Batteriezellen-Aufträge im Wert von 20 Milliarden Euro vergeben

Daimler will bis 2022 seine gesamte Modellpalette elektrifizieren und damit in jedem Segment verschiedene Varianten anbieten - darunter Plug-in-Hybride, die Strom- und Kraftstoffantrieb miteinander verbinden, und mehr als zehn reine E-Autos. Den Anfang macht der SUV EQC, der in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. Danach folgen weitere Modelle.

Batteriezellen-Test im sächsischen Kamenz

Für die vielen geplanten Elektrofahrzeuge hat der Konzern bereits milliardenschwere Vereinbarungen zum Kauf von Batteriezellen abgeschlossen. Bis 2030 sind früheren Angaben zufolge Aufträge für Zellen im Wert von mehr als 20 Milliarden Euro vergeben worden.

Die gesamte deutsche Autoindustrie investiert allein in den kommenden drei Jahren 40 Milliarden Euro in alternative Antriebe und verdreifacht das E-Auto-Angebot auf rund 100 Modelle. Der Anteil von Elektroautos soll rapide steigen, um die geplanten Vorgaben zur Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes bis 2030 in der Europäischen Union zu schaffen. Während sich Daimler und BMW ganz auf den Zukauf von Batteriezellen stützen, liebäugelt Volkswagen auch mit einer eigenen Zellfertigung.

rei/Reuters

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung