Montag, 24. Juni 2019

Weniger Gewinn erwartet Daimlers Gewinnwarnung schickt Aktie auf Fünfjahrestief

Daimler-Chef Dieter Zetsche: Gewinnprognose für 2018 gesenkt

Rückschlag für Daimler: Der schwäbische Autobauer und Mercedes-Hersteller rechnet mit einem schwächeren Jahresergebnis als bislang prognostiziert. Grund dafür sind höhere Kosten in Zusammenhang mit der Diesel-Affäre. Der Konzern senkte am Freitag seine Gewinnerwartung für das Jahr 2018 und nannte dafür mehrere Gründe.

Das dritte Quartal habe die Erwartungen deutlich verfehlt, hieß es. "Maßgeblich" sei jedoch "ein Anstieg der erwarteten Aufwendungen im Zusammenhang mit den laufenden behördlichen Verfahren und Maßnahmen in verschiedenen Regionen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge".

Anleger reagierten verunsichert. Die Aktie von Daimler Börsen-Chart zeigen gab im Anschluss an die Gewinnwarnung um bis zu 7 Prozent nach und fiel unter die 50-Euro-Marke. Damit sackte sie auf das tiefste Niveau seit Juli 2013. Im Anschluss griffen jedoch Schnäppchenjäger zu, die Aktie konnte ihr Minus auf rund 2 Prozent reduzieren und kletterte wieder über die Marke von 51 Euro. Anfang des Jahres hatte die Daimler-Aktie noch bei 75 Euro notiert - binnen zehn Monaten hat sie ein Drittel ihres Wertes verloren.

Bei der Konzernmarke Mercedes-Benz werde nun ein Gewinn vor Steuern und Zinsen "deutlich unter Vorjahresniveau" erwartet, teilte Daimler in Stuttgart mit. Auch das Konzernergebnis werde damit "deutlich" unter dem Niveau von 2017 liegen. Im vergangenen Jahr hatte Daimler so viele Fahrzeuge verkauft wie nie, der Gewinn stieg um 24 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro, vor Steuern und Zinsen lag er bei 14,7 Milliarden Euro.

Ergebnis deutlich unter Vorjahresniveau erwartet

Weitere Gründe für den pessimistischeren Blick sind dem Autobauer zufolge geringere Absätze infolge von Auslieferungsverzögerungen in der Sparte Mercedes-Benz Vans, eine rückläufige Nachfrage nach Bussen des Konzerns und die "Risikovorsorge für eine möglicherweise erforderliche Umrüstung bestimmter Fahrzeuge", die noch mit dem früher verwendeten Kältemittel R134a ausgestattet sind.

Der Europäische Gerichtshof hatte Anfang Oktober geurteilt, dass die Bundesregierung zu spät auf einen Verstoß Daimlers gegen die Klimaanlagen-Richtlinie der Europäischen Union reagierte. Im Dieselskandal hatte die Bundesregierung einen amtlichen Rückruf mehrerer Diesel-Modelle angeordnet, von dem deutschlandweit 238.000 Fahrzeuge und europaweit sogar 774.000 Autos betroffen sind. Daimler kündigte an, mit den Behörden zu kooperieren.

la/dpa/reuters

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