Mercedes EQA vorgestellt Mit diesem Elektro-SUV zieht Mercedes gegen Teslas Model Y ins Feld

Mercedes hat in einer digitalen Weltpremiere seine Elektro-Hoffnung EQA vorgestellt. Der Kompakt-SUV soll gegen Teslas Model Y anfahren - und Mercedes jüngere, urbane Kunden bescheren.
Damit soll die Sonne für den Stern aufgehen: Mit dem kompakten Elektro-SUV EQC verknüpft Mercedes hohe Absatzerwartungen

Damit soll die Sonne für den Stern aufgehen: Mit dem kompakten Elektro-SUV EQC verknüpft Mercedes hohe Absatzerwartungen

Foto: Daimler

Junge Menschen an schönen Orten, dazu drei Influencer, die den Wagen vorab testen konnten: Bei der online übertragenen Weltpremiere seiner Elektroauto-Hoffnung Mercedes-Benz EQA fuhr Daimler erwartungsgemäß die großen Geschütze auf. "Elektrische Geschichte" wolle man mit dem Einstiegsmodell schreiben, hieß es in der Videopräsentation - mit dem Einstiegsmodell der Mercedes EQ-Familie, dem EQA.

Fotostrecke

Diese Elektroautos kommen 2021 auf den Markt

Foto: Audi

Der kommt ab dem Frühjahr zu Preisen ab 47.541 Euro zu den Händlern. Netto wird der Preis unter 40.000 Euro liegen, damit der EQA die staatliche Umweltprämie voll ausschöpfen kann. Spannend dabei: Laut Daimler-Vertriebschefin Britta Seeger wird der EQA nur in China und Europa angeboten, nicht in den USA. Mit dem EQA zielt Daimler nicht nur erkennbar auf ein jüngeres Publikum - sondern bringt sich auch gegen Teslas Kompakt-SUV Model Y in Stellung, das im neuen Tesla-Werk bei Berlin von den Bändern rollen soll.

Äußerlich ist der EQA kleiner als zum Beispiel ein BMW iX3, aber teurer als ein VW ID3. Als Basis nutzt der EQA die Plattform des traditionell motorisierten Kompakt-SUVs Mercedes GLA, von dem er sich optisch nur gering unterscheidet. Damit fährt auch der EQA nicht auf einer eigenen Elektro-Plattform, die etwa Vorteile böte für die Unterbringung größerer Batterien. Sie sehe keine Nachteile, dass EQA noch auf einer "alten" Plattform gebaut werde, erklärte Seeger in einer Online-Fragerunde dazu.

Gekauft werden soll der EQA laut Seeger vor allem von jungen Kunden in Städten. "Wir sehen hohes Interesse von Kunden im urbanen Umfeld", erläuterte Seeger. Daimler erwartet sich vom EQA hohe "Eroberungsraten" - der Konzern rechnet also damit, dass der EQA der Marke Mercedes viele neue Kunden bringt, die vorher Autos anderer Marken gefahren sind. Mercedes' erster Wurf der EQ-Familie, der EQC, erreichte das nicht - in Deutschland schaffte es der vergleichsweise teure Wagen bislang nicht unter die Top 7 der meistzugelassenen Elektroautos.

Um jüngere Kunden anzusprechen, setzen die Schwaben beim EQA neben einem Preis unter 50.000 Euro auch auf ein zeitgemäßes Design: Ein schwarzer Kunststoffgrill mit durchgehender LED-Leiste, aerodynamisch optimierte Felgen und eine umgestaltete Heckklappe nennt Mercedes als äußere Erkennungsmerkmale des Elektroautos. Innen beschränke sich die Differenzierung auf Applikationen in Roségold sowie eine erstmals hinterleuchtete Konsole vor dem Beifahrer. Die Platzverhältnisse bleiben gleich - das gelte für den Fußraum im Fond wie für den Kofferraum, der wie beim GLA 340 bis 1320 Liter fasst.

Wichtiger sind die technischen Änderungen: Im Boden steckt statt des Tanks eine Lithium-Ionen-Batterie, vorn anstelle des Verbrenners eine E-Maschine. Dabei startet Mercedes mit einem nur über die Vorderachse angetriebenen EQA 250, der 140 kW/190 PS leistet und mit knapp 67 kWh auf eine Normreichweite von 426 Kilometern im WLTP-Zyklus kommt.

Weitere Versionen sollen bald folgen

Mit bis zu 375 Nm beschleunigt der EQA 250 in 8,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und wird mit Rücksicht auf den Aktionsradius auf 160 km/h beschränkt. Geladen wird er mit bis zu 100 kW, sodass es an der Gleichstromsäule Herstellerangaben zufolge etwa 30 Minuten dauert, bis ein leerer Akku wieder auf 80 Prozent ist.

Produziert wird der EQA im deutschen Daimler-Werk in Rastatt und im chinesischen Werk in Peking. Die Produktion ist bereits angelaufen, ab dem 4. Februar sollen die ersten EQAs bei den Händlern stehen. Seeger erwartet im ersten Quartal nur geringe Auswirkungen auf die EQA-Produktion durch den aktuellen Chip-Engpass in der Automobilindustrie. Man habe die Herstellung des EQA priorisiert, hieß es dazu.

Große Erwartungen setzt Daimler offenbar auch in den Onlinevertrieb des EQA: Der Wagen wird in Daimlers Onlineshops bereits zum Verkauf angeboten. Ziel ist es offenbar, dass gut 50 Prozent der Verkäufe über Onlinekanäle angeleiert werden. Allerdings: Aktuell gibt es Daimler-eigene Onlineshops nur in 17 Ländern. Ziel sei es, 2021 eine fünfstellige Zahl an EQAs abzusetzen, ließ Seeger in der Online-Fragerunde durchblicken.

Bei der einen EQC-Variante will es Mercedes aber nicht belassen: Bald soll es auch eine Version mit Allradantrieb, zwei Motoren und mehr als 200 kW/272 PS sowie eine Variante mit mehr als 500 Kilometern Reichweite geben. Die reichweitenstärkste Version solle "so schnell wie möglich" auf den Markt kommen, erklärte Seeger, nannte aber keinen konkreten Starttermin.

Auch bei der Karosserie legen die Schwaben noch einmal Hand an und bauen die gleiche Technik noch 2021 in das GLB-Modell ein, das dann zum elektrisch angetriebenen EQB wird.

wed, mhu/dpa-tmn