Neue E-Klasse und SUV stark gefragt Mercedes kann an BMW nach 12 Jahren vorbeiziehen

Mercedes S-Klasse: Die S-Klasse Limousine ist seit Jahresbeginn weiterhin die meistverkaufte Luxuslimousine der Welt, stellt Daimler fest

Mercedes S-Klasse: Die S-Klasse Limousine ist seit Jahresbeginn weiterhin die meistverkaufte Luxuslimousine der Welt, stellt Daimler fest

Foto: Daimler

"Profitables Wachstum umfasst aus unserer Sicht weit mehr als Absatzführerschaft", hatte BMW-Konzernchef Harald Krüger im August erklärt. "Es geht nicht nur um ein Kriterium", pflichtete Finanzvorstand Friedrich Eichinger bei und nannte alternativ Gewinn oder die führende Rolle bei Elektromobilität.

Es stimmt schon: Die Sonderlasten herausgerechnet, arbeitete BMW zuletzt laut Analysten deutlich profitabler als der Erzrivale Mercedes. Und auch beim Thema Elektromobilität haben die Münchener bislang mehr zu bieten als die Stuttgarter - auch wenn Daimler zuletzt ankündigte, bis zum Jahr 2024 sechs neue Elektromodelle auf den Markt bringen zu wollen.

Gleichwohl dürfte die BMW-Vorstände ein Verlust der Absatzführerschaft im Premiumsegment in diesem Jahr schon ärgern. Schließlich zeigte BMW den Rivalen aus Stuttgart hier 12 Jahre lang die Rücklichter.

Und Daimler-Chef Dieter Zetsche setzt alles daran, mit Mercedes in diesem Jahr BMW hinter sich zu lassen. Der Blick auf die jüngsten Absatzzahlen zeigt : Diesmal könnte es tatsächlich klappen. Von Januar bis August haben die Stuttgarter rund 1,42 Millionen Autos verkauft - bislang so viel wie nie.

Im August lieferte die Hauptmarke Mercedes-Benz 156.246 Fahrzeuge aus, ein Plus von knapp 11,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Zusammen mit dem Stadtflitzer Smart kommt Mercedes-Benz Cars auf rund 164.000 ausgelieferte Wagen (plus 12,2 Prozent) im Monat August.

In den ersten acht Monaten lieferte die Sparte somit rund 1,42 Millionen Autos aus (plus 12,1 Prozent). Das ist historischer Rekord in Stuttgart.

E-Klasse und bullige Geländewagen beschleunigen Mercedes-Wachstum

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Aktuell sind es vor allem die neue E-Klasse und die bulligeren Geländewagen (SUV), die das Wachstum beschleunigen. "Im August haben die SUVs dank zweistelligem Wachstum wieder maßgeblich zu den Rekordverkäufen von Mercedes-Benz beigetragen", sagt Vertriebschef Ola Källenius. In der Tat: 56.300 SUV verkaufte Mercedes im August - ein sattes Plus von fast 40 Prozent.

Der Erzrivale BMW hat seine August-Zahlen noch nicht veröffentlicht, dürfte aber dahinterliegen. Im Juli hatte BMW ein Absatzplus von 4 Prozent veröffentlicht, und liegt damit auf Jahressicht 5,5 Prozent besser als im Vorjahr.

Die neue E-Klasse (inklusive der Kombi-Version) verkaufte sich im August weltweit rund 17.000 Mal. Dabei läuft die Markteinführung im Automarkt China im September gerade erst an.

Wohlhabende Chinesen greifen bei Mercedes immer öfter zu: Die Kernmarke verbucht im Reich der Mitte in diesem Jahr bislang ein Plus von 31,1 Prozent auf knapp 300.000 Autos. In Europa steigerte Mercedes seinen Absatz um 12,3 auf rund 570.000 Wagen, gut 190.000 davon in Deutschland (plus 7,4 Prozent).

Es gibt allerdings auch Regionen, in denen es für Daimler deutlich schlechter läuft. Auf dem US-Automarkt fiel der Mercedes-Absatz in den ersten acht Monaten sogar um 0,5 Prozent auf zuletzt rund 220.000 Autos.