Montag, 22. April 2019

Konzern entschuldigt sich Daimler-Top-Manager soll Chinesen als "Bastarde" beleidigt haben

Empörung in China - ein Daimler-Manager soll Chinas Einwohner als "Bastarde" beleidigt haben (Symbolbild)

Der Autokonzern Daimler hat einen deutschen Top-Manager in Peking seiner Aufgaben entbunden, weil er Chinesen beleidigt haben soll. Ein solches Verhalten spiegle in keiner Weise die Werte von Daimler wider, teilte das Unternehmen am Montag in einer Erklärung mit. Der leitende Angestellte soll während eines Streits auf einem Parkplatz die Einheimischen als "Bastarde" beleidigt und beim anschließenden Streit mit Augenzeugen Pfefferspray versprüht haben.

Die Aussagen des Managers waren von chinesischen Medien und in sozialen Netzwerken öffentlich gemacht worden. Der Vorfall sei "abträglich für das Ansehen unseres Unternehmens und unangemessen für einen Manager unserer Marke", hieß es in der Erklärung. Der Streit sei mittlerweile einvernehmlich beigelegt worden, die Auseinandersetzung eine "rein private Angelegenheit" des Managers gewesen. Das Unternehmen hatte sich bereits für das Verhalten des Mitarbeiters entschuldigt und Konsequenzen angekündigt.

Von wem die Aussagen des Managers veröffentlicht wurden, war nicht bekannt. In den sozialen Netzwerken attackierten viele Nutzer den Manager, mehrfach verbunden mit persönlichen Drohungen sowie der Veröffentlichung von Name, Adresse und Nummernschild. Er solle sich dafür offiziell entschuldigen, hieß es unter anderem auf Weibo. Andere Nutzer kommentierten, dass dieses Verhalten kein gutes Licht auf Deutschland und Ausländer in China werfe.

Online-Kommentare: Vorfall wirft kein gutes Licht auf Deutschland

Laut "People's Daily" habe der Manager bei einem Streit auf einem Parkplatz in Beijings nördlichen Shunyi-Bezirk gesagt, er sei erst ein Jahr in China, "die erste Sache, die ich hier gelernt habe, ist: Alle ihr Chinesen seid Bastarde." Passanten, die seine Kontrahenten verteidigten, habe er mit Pfefferspray besprüht.

Im September hatte zuletzt ein Vorstand der Deutschen Bahn mit einem Ausraster für Schlagzeilen gesorgt: Weil er betrunken einen Taxifahrer geschlagen und sein Auto demoliert hatte, verurteilte ein Gericht aus Singapur damals Jochen Thewes, Chef der Logistiktochter DB Schenker, zu zwei Wochen Gefängnis.

luk / dpa, reuters, soc

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