Neuer Name für Dax-Konzern Daimler heißt ab jetzt Mercedes-Benz

Nach der Abspaltung der Truck-Sparte konzentriert sich Daimler voll auf das Geschäft mit Pkw und Vans – und bekommt einen neuen Namen. Aus Daimler wird Mercedes-Benz – eine Umbenennung zu einem historisch bedeutsamen Zeitpunkt.
Neuer Name: Der bisherige Daimler-Chef Ola Källenius ist künftig Mercedes-Benz-Chef

Neuer Name: Der bisherige Daimler-Chef Ola Källenius ist künftig Mercedes-Benz-Chef

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Silas Stein / dpa

Der 29. Januar ist ein Tag mit besonderer Bedeutung für den Daimler-Konzern: An diesem Tag vor 136 Jahren, am 29. Januar 1886 also, reichte der Autopionier Carl Benz, Urvater des Konzerns, sein Patent für den ersten Motorwagen ein. Es ist also kein Zufall, dass das Unternehmen exakt an diesem Tag seinen Namen ändert: Aus Daimler wird an diesem Samstag Mercedes-Benz – jedenfalls Unternehmens-intern. Die offizielle Umbenennung nebst Handelsregistereintrag erfolgt am Dienstag der kommenden Woche, also am 1. Februar.

Die Namensänderung steht im Zusammenhang mit der Aufspaltung des Autokonzerns. Daimler hatte Daimler Truck im Dezember abgespalten, es zu einem selbstständigen Unternehmen gemacht und an die Börse gebracht. Die verbliebene Daimler AG werde nun in Mercedes-Benz Group AG umbenannt, sagte CEO Ola Källenius (52) am Freitag in einem Onlinegespräch mit Journalisten. Damit bestätigte der Konzernchef frühere Ankündigungen seines Unternehmens.

Das Unternehmen erhält damit bereits den vierten Namen innerhalb eines Vierteljahrhunderts. Zunächst hieß der Konzern Daimler-Benz AG, wurde dann zunächst in Daimler-Chrysler und später in Daimler umgetauft. Und nun also Mercedes-Benz.

Der Hersteller konzentriere fortan sich auf Pkw und Vans, so Källenius. Dabei bieten selbstfahrende Autos nach den Worten von Källenius gute Aussichten für das Geschäft von Mercedes. "Autonomes Fahren ist ein unglaubliches Potenzial für die Zukunft", sagte der Konzernchef in dem Journalistengespräch. Er wies darauf hin, dass der Stuttgarter Hersteller hochautomatisiertes Fahren in Serien-Luxuslimousinen der S-Klasse ermöglichen werde und damit Branchenpionier sei. Dass Kunden künftig mehr davon haben wollten, sei für den Autobauer "glasklar".

Autonomes Fahren ist ein großes Branchenthema. Der VW-Konzern und der große Zulieferer Bosch hatten unlängst angekündigt, auf dem Weg zum selbstfahrenden Auto die nächsten Schritte gemeinsam anzugehen. Bei Mercedes können künftig Fahrerinnen und Fahrer von bestimmten S-Klasse-Autos beispielsweise bei Staus auf bestimmten Autobahnabschnitten die Verantwortung an das Fahrzeug übergeben, hatte es Ende vergangenen Jahres geheißen. Erstmals in der über 130-jährigen Geschichte des Automobils übernehme das Fahrzeug unter bestimmten Voraussetzungen "die dynamische Fahraufgabe", lautete die Einschätzung des Herstellers.

Källenius sieht nach der Abspaltung des Lkw-Geschäfts gute Perspektiven für das verbliebene Geschäft mit Autos und Vans. "Wir haben erhebliches Wachstumspotenzial in der Marke Mercedes." Auf den Versorgungsengpass mit Halbleitern, der die gesamte Branche betrifft, ging der Topmanager wegen der baldigen Bilanzpressekonferenz am 24. Februar nicht im Detail ein. Daimler-Vorstand Markus Schäfer (56) hatte zu Monatsbeginn gesagt, der Mangel werde im ersten Halbjahr andauern, in der zweiten Jahreshälfte könnte sich die Lage dann etwas entspannen.

cr/dpa-afx
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