Sonntag, 21. April 2019

Daimler kürzt Dividende nach Gewinneinbruch Was Dieter Zetsches letzte Runde bei Daimler dämpft

"Damit können und wollen wir nicht zufrieden sein": Daimler-Chef Dieter Zetsche

Der Gewinn ist 2018 deutlich gesunken, die Dividende gekappt, und in diesem Jahr rechnet Daimler mit einer eher geringen Marge: Der scheidende Daimler-Chef Dieter Zetsche präsentierte am Vormittag ein wenig erbauliches Zahlenwerk für 2018 und stimmte auf ein schwieriges laufendes Jahr ein.

Das Konzernergebnis war 2018 unter anderem wegen eines schwachen Autogeschäfts um 29 Prozent auf 7,25 Milliarden Euro eingebrochen. Immerhin konnte Daimler die Erlöse vor allem dank der Lastwagensparte um 2 Prozent auf 167,36 Milliarden Euro steigern.

Die Profitabilität der wichtigen Pkw-Sparte hatte im vergangenen Jahr auch unter dem Handelsstreit zwischen den USA und China und Auslieferungsstopps bei einzelnen Dieselmodellen gelitten. Wegen des Gewinneinbruchs hat Daimler Börsen-Chart zeigen auch seine Dividende gekappt. Die Aktionäre sollen für das abgelaufene Jahr mit 3,25 Euro je Papier 40 Cent weniger Ausschüttung erhalten als im Vorjahr. Anleger zeigten sich enttäuscht: Die Aktie von Daimler Börsen-Chart zeigengab am Vormittag 2,2 Prozent nach und zählte damit zu den schwächsten Werten im Dax.

Die am Kapitalmarkt vielbeachtete Umsatzrendite in der Pkw-Sparte Mercedes-Benz sank um 1,6 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent (2017: 9,4 Prozent). Viel traut sich Daimler hier im laufenden Jahr wohl nicht zu: Soll die Kennziffer, die den Anteil vom operativen Gewinn am Umsatz anzeigt, 2019 doch lediglich zwischen 6 und 8 Prozent liegen. In der Regel peilt der Konzern hier einen Wert von 8 bis 10 Prozent an. "Damit können und wollen wir nicht zufrieden sein", kommentierte Zetsche.

Zetsche kündigt Gegenmaßnahmen an - ohne konkret zu werden

Routinier Zetsche gelang es zwar, auch das maue Zahlenwerk mit einiger Lockerheit zu verkaufen. Und er kündigt auch bereits Gegenmaßnahmen in der wichtigen Pkw-Sparte an - ohne allerdings Details zu nennen. "Wir sind in der Erarbeitung dieses Programms", sagte der Manager auf der Bilanzpressekonferenz. Solange Umfang und einzelne Bestandteile nicht feststünden, könne er sich dazu nicht weiter äußern. Die Umsetzung liege aber in der Verantwortung des neuen Vorstandsteams. Zetsche übergibt nach 13 Jahren an der Konzernspitze bei der Hauptversammlung im Mai die Führung an Entwicklungschef Ola Källenius.

Ein Stellenabbau sei aber nicht geplant, sagte ein Sprecher. In der Quartalsmitteilung ist vielmehr die Rede von zusätzlichen Arbeitsplätzen. Für die Stammbelegschaft in Deutschland sind betriebsbedingte Kündigungen ohnehin ausgeschlossen. Leiden könnten allerdings die Leiharbeiter, die von Konzernen in der Regel eingesetzt werden, um flexibler produzieren zu können.

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