Donnerstag, 22. August 2019

BAIC drittgrößter Einzelinvestor nach Geely und Kuwait Daimler holt neuen chinesischen Großaktionär an Bord

Ola Kallenius freut sich darüber, dass die jahrelange Partnerschaft mit BAIC jetzt auch zu einer Beteiligung des chinesischen Kooperationspartners an dem Autobauer geführt hat

Daimlers langjähriger chinesischer Kooperationspartner BAIC steigt als Investor bei dem Autokonzern ein. Über eine Tochtergesellschaft habe BAIC fünf Prozent der Anteile gekauft, teilte Daimler am Dienstag mit. Die Beteiligung von rund 5 Prozent hat auf Basis der Daimler-Marktbewertung ein Volumen von rund 2,4 Milliarden Euro. Damit sind nun zwei der drei größten Aktionäre von Daimler chinesisch. Die Aktien von Daimler Börsen-Chart zeigen legte vorbörslich rund 1 Prozent auf 46,54 Euro zu.

"Dieser Schritt festigt unsere erfolgreiche Partnerschaft und ist ein Vertrauenssignal in die Strategie und das Zukunftspotential unseres Unternehmens", betonte Daimler-Vorstandschef Ola Källenius. "Der chinesische Markt ist und bleibt eine entscheidende Säule unseres Erfolgs - nicht nur für den Absatz, sondern auch für unsere Entwicklung und Produktion."


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Nach dem überraschenden Einstieg des BAIC-Wettbewerbers Geely hatte der Stuttgarter Konzern die Bedeutung der Partnerschaft mit BAIC betont.

BAIC-Chef Xu Heyi

BAIC wird mit seinen fünf Prozent zum drittgrößten Einzelinvestor nach dem ebenfalls chinesischen Autobauer Geely und dem Staatsfonds von Kuwait.

Daimler und BAIC sind seit 2003 strategische Partner. Die Unternehmen arbeiten in Produktion, Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb von Pkw, Vans und Lkw zusammen. Im Jahr 2013 beteiligte sich Daimler an der BAIC-Tochter BAIC Motor und hält derzeit 9,55 Prozent der Anteile.

Källenius betonte nun: "Der chinesische Markt ist und bleibt eine entscheidende Säule unseres Erfolgs - nicht nur für den Absatz, sondern auch für unsere Entwicklung und Produktion". Im vergangenen Jahr wurden 485.000 Pkw verkauft, die das in China ansässige Joint Venture produziert hat. Das sind rund drei Viertel aller Fahrzeuge, die Daimler in China absetzt.

Mit dem neuen Großaktionär bindet sich Daimler noch enger an den größten Automarkt der Welt. Auch Heyi Xu, Chairman von BAIC, sieht das so: "Wir möchten diese Allianz durch eine Beteiligung an Daimler weiter stärken", erklärte der Manager. "Mit diesem Schritt bringen wir zudem unsere Unterstützung für den Vorstand und die Strategie von Daimler zum Ausdruck." BAIC hatte nach Reuters-Informationen im Frühjahr damit begonnen, Daimler-Aktien am Markt zu kaufen.

Geely setzt weiter auf Partnerschaft mit Daimler

Der BAIC-Konkurrent Geely war 2018 mit einem Anteil von knapp 10 Prozent zum größten Daimler-Aktionär aufgestiegen. Das hatte nicht nur in Deutschland für Irritation gesorgt, weil sich Geely-Chef Li Shufu über Banken unbemerkt unter dem Radar von Veröffentlichungspflichten auf einen Schlag einen so hohen Anteil einverleibte.

Daimler war außerdem besorgt, Geelys Engagement könne BAIC sauer aufstoßen. Denn Li Shufu drang auf eine Zusammenarbeit mit Daimler, was zur Gründung eines Joint Venture für die Produktion des Kleinwagens Smart führte. Ab 2022 wird der Stadtflitzer nur noch als Elektroauto und ausschließlich in China kostengünstiger als bisher für den Weltmarkt produziert. Auch bei Mobilitätsdiensten taten sich Daimler und Geely zusammen. Der chinesische Großaktionär erklärte nun, er setze auch nach dem BAIC-Einstieg auf eine langfristige Beteiligung und eine gesunde Zusammenarbeit mit Daimler.

rtr/dpa/AFP/rei/akn

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