Dienstag, 18. Juni 2019

Umbau 690 Zeitarbeiter weniger im Daimler-Stammwerk

Umbau: Zeitarbeiter spüren Umbruch der Autoindustrie als erste

Der Autobauer Daimler hat in seinem Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim die Verträge von knapp 690 Zeitarbeitern auslaufen lassen. Nach Angaben des Betriebsrats vom Dienstag sind von vorher 950 nur noch 261 in der Logistik übrig, aber keine mehr in den Produktionsbereichen. Zuvor hatten "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" darüber berichtet. Dass Daimler sich von Zeitarbeitern trennen will, war bereits bekannt, nicht aber der genaue Umfang.

Der Konzern selbst wollte keine Zahlen nennen, hatte aber grundsätzlich schon bestätigt, dass er Verträge von Zeitarbeitern auslaufen lasse, die derzeit nicht gebraucht würden. Hintergrund ist, dass Teile des Werks für die Produktion von Elektroantrieben umgerüstet werden. Mit Hilfe der Zeitarbeit sei es möglich, flexibel auf Marktschwankungen zu reagieren, betonte Daimler. Seit 2005 seien zudem rund 9000 Zeitarbeiter in die eigene Belegschaft übernommen worden.

Dass der Umbruch in der Autoindustrie nicht ohne Stellenabbau einhergehen dürfte, ist hinlänglich bekannt. Der Daimler-Betriebsrat äußerte sich just, dass derzeit eine Betriebsvereinbarung verhandelt würde. Dabei hoffen die Mitarbeitervertreter, den Stellenabbau ohne aktives Personalabbauprogramm hinzubekommen, zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" den Betriebsratsvorsitzenden des Mercedes-Werks Sindelfingen, Ergun Lümali.So sollen betriebsbedingten Kündigungen in den kommenden Jahren ausgeschlossen werden, jedoch ist davon auszugehen, dass freiwillige Abfindungsprogramme genutzt werden dürfen. Zudem soll die geplante Betriebsvereinbarung vorsehen, dass sollten Arbeitsplätze im Zuge des Umbaus überflüssig werden, Stellen nicht abgebaut, sondern durch Incourcing neue Arbeiten in die Werke geholt werden sollen, die vielleicht zuvor von Zulieferern geleistet wurden. Laut FAZ werden betriebsbedingte Kündigungen bis 2029 ausgeschlossen.

dpa/akn

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung