Gewinneinbruch beim Autobauer Daimler rechnet mit erstem Quartalsverlust seit 11 Jahren

Mercedes: Es regnet rein

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Foto: Daimler

Die Coronavirus-Krise hat bei Daimler auch unter dem Strich für einen herben Gewinneinbruch gesorgt und den Autobauer nur knapp an einem Verlust vorbeischrammen lassen. Im ersten Quartal stürzte der auf die Aktionäre entfallende Gewinn auf nur noch 94 Millionen Euro ab, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Vor einem Jahr waren es noch rund 2,1 Milliarden Euro gewesen.

Der Umsatz ging im Vergleich dazu nur leicht um sechs Prozent auf 37,2 Milliarden Euro zurück. Daimler hatte im ersten Quartal nur 644 300 Autos und Nutzfahrzeuge verkaufen können. Das waren 17 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Daimler rechnet nach dem starken Gewinneinbruch im ersten Quartal wegen der Corona-Pandemie im zweiten Quartal mit einem Verlust vor Steuern und Zinsen. Es wäre der erste Quartalsverlust des Autobauers seit 2009 in der Finanz- und Wirtschaftskrise. Finanzvorstand Harald Wilhelm sagte am Mittwoch in einer Telefonkonferenz, im zweiten Quartal von April bis Juni werde sich das ganze Ausmaß des Lockdowns zeigen. Konzernchef Ola Källenius sagte, eine verlässliche Prognose 2020 sei nicht möglich.

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Daimler  hatte mit vorläufigen Zahlen bereits vergangene Woche über die verheerenden Folgen der Corona-Krise informiert. Das Betriebsergebnis rutschte von Januar bis März um fast 80 Prozent auf 617 Millionen Euro ab. Den ursprünglichen Jahresausblick kippten die Schwaben ebenso wie zuvor schon der Wolfsburger Rivale Volkswagen nach einem ebenso starken Ergebnisrückgang.

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Nach dem Gewinneinbruch zum Jahresauftakt erwartet Daimler eine weitere Verschlechterung bis zur Jahresmitte. "Es wird ein schwieriges Quartal", sagte Källenius am Mittwoch. "Aber wir werden den Sturm überstehen."

Finanzchef Wilhelm: 68 Milliarden Euro verfügbare Finanzmittel

Finanzchef Harald Wilhelm erklärte, der Absatz werde voraussichtlich im April am schwächsten sein und sich im Mai bessern. Mit insgesamt 68 Milliarden Euro verfügbarer Finanzmittel sei der Autobauer aber für mehrere Monate einer wirtschaftlichen Eiszeit gewappnet.

Daimler hatte mit vorläufigen Zahlen bereits vergangene Woche über die verheerenden Folgen der Corona-Krise informiert. Das Betriebsergebnis rutschte von Januar bis März um fast 80 Prozent auf 617 Millionen Euro ab. Den ursprünglichen Jahresausblick kippten die Schwaben ebenso wie zuvor schon der Wolfsburger Rivale Volkswagen. Jetzt erwartet der Stuttgarter Dax-Konzern an den Pkw- und Nutzfahrzeugmärkten weltweit einen deutlichen Absatzrückgang.

Auch für 2021 sei er nicht allzu optimistisch, erklärte Källenius. Die Effekte der Pandemie könnten noch längere Zeit die Wirtschaft belasten. "Aus heutiger Sicht muss für das Gesamtjahr 2020 mit einem erheblichen Rückgang der weltweiten Wirtschaftsleistung gerechnet werden", erklärte der Daimler-Chef.

Die Pandemie zwang die Autobauer zu wochenlangen Produktionsunterbrechungen. Die Autohäuser blieben vorübergehend zu und die Nachfrage der Verbraucher klappte angesichts der finanziellen Unsicherheit und Beschränkungen des öffentlichen Lebens zusammen.

Nach vier Wochen Produktionsstopp fährt Daimler nun die Fertigung langsam wieder hoch. Der Konzern verkaufte im ersten Quartal mit 644.300 Mercedes-Pkw und Lkw 17 Prozent weniger Fahrzeuge als vor Jahresfrist. Der Umsatz sank um sechs Prozent auf gut 37 Milliarden Euro. Um die Krise zu bekämpfen, sollen Investitionen gekürzt, Kosten gesenkt und die Liquidität gesichert werden. Strategisch wichtige Projekte wie neue Elektroautos und die für Jahresende geplante neue S-Klasse sollten aber nach Plan laufen.

la/dpa/reuters
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