Daimlers Elektropläne „Gar nicht schlecht, wenn ein Neuling die Lage aufmischt“

Daimler-Chef Ola Källenius sieht sich durch Elektroauto-Marktführer Tesla angespornt. Im mm-Interview fordert er mehr staatliche Unterstützung für den Technologiewandel
Gemeinschaftsaufgabe: Daimler-Boss Ola Källenius findet, E-Mobilität brauche die Hilfe des Staats.

Gemeinschaftsaufgabe: Daimler-Boss Ola Källenius findet, E-Mobilität brauche die Hilfe des Staats.

Foto: Marijan Murat/ dpa

Daimler-Chef Ola Källenius fühlt sich durch den Erfolg des Elektroauto-Marktführers Tesla angespornt. "Vielleicht ist es gar nicht schlecht, wenn ein Neuling die Lage aufmischt", sagte er dem manager magazin . Besonders der Aktienkurs des US-Konkurrenten zeige, "welche Fantasie in der neuen Mobilität steckt. Wir müssen zulegen, das gilt auch für unsere  
Ingenieure." Tesla ist an der Börse aktuell gut sechsmal so viel wert wie Daimler.  

Källenius plant, 2030 mindestens die Hälfte aller Mercedes-Pkw mit elektrischem Antrieb zu verkaufen. "Aber wenn der Markt sich schneller dreht, werden wir bereit sein", erklärte der Daimler-Chef in dem Interview. Bisher verlief der Start ins E-Zeitalter für den Stuttgarter Konzern eher rumpelig. Vom Elektro-SUV EQC etwa verkaufte Daimler bis Ende August nicht einmal 10.000 Fahrzeuge. Geplant für das Gesamtjahr waren 50.000. "Da spielt auch Covid-19 eine Rolle, wir steigern die Stückzahlen jetzt sukzessive", so Källenius.   

Er kündigte einen zügigen Ausbau des Angebots an. So werde es eine elektrische Version der Luxusvariante Maybach geben, sagte Källenius dem manager magazin. Und für die Tuningmarke AMG "werden wir sehr wahrscheinlich in einigen Jahren eine batterieelektrische Sportwagenplattform auf den Markt bringen". 

Um der E-Mobilität schneller zum Durchbruch zu verhelfen, forderte Källenius eine höhere CO2-Steuer. "CO2 muss einen höheren Preis haben (...) Wäre eine solche Steuer auch noch global und über alle Industrien gültig und handelbar, könnte der Markt sehr schnell reagieren." Zusätzlich müsse der Staat beim Aufbau der Ladeinfrastruktur helfen. Autohersteller und auch Energieversorger seien bereits aktiv. Aber Elektromobilität sei eine Gemeinschaftsaufgabe.

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