Daimlers Sparplan Bis zu 30.000 Jobs in Gefahr

Die Details haben es in sich: Ola Källenius muss sparen. Es ist ein historischer Kahlschlag.
Vor der Krise: Ola Källenius auf der IAA 2007

Vor der Krise: Ola Källenius auf der IAA 2007

Foto: dpa Picture-Alliance / Uwe Anspach/ picture alliance / Uwe Anspach/d

Der Daimler-Konzern steht vor den größten Einschnitten in der Konzerngeschichte. Das bereits im vergangenen Jahr von Unternehmenschef Ola Källenius auf den Weg gebrachte Sparprogramm wird umfassender ausfallen als ursprünglich geplant, so sagten es mehrere mit dem Vorhaben vertraute Personen dem manager magazin. Intern ist die Rede von bis zu 30.000 Arbeitsplätzen, die wegfallen könnten, darunter viele im Management. Die Pressestelle will sich nicht zum geplanten Stellenabbau äußern. Am Donnerstag sollen Teile des Sparprogramms im Aufsichtsrat besprochen werden. Personalvorstand Wilfried Porth sprach zuletzt von mehr als 15.000 gefährdeten Stellen. 

Ein Schwerpunkt des Sparprogramms liegt bei den Führungskräften. Alleine bei den Trucks in Europa sollen nach internen Plänen rund 30 Prozent der Führungskräfte das Unternehmen verlassen, erfuhr das manager magazin aus Konzernkreisen. Der Personalabbau gilt als wichtige Maßnahme, um die Fixkosten um die angestrebten 22 Prozent zu senken. Angebote für Aufhebungsverträge werden den Mitarbeitern im Juli und August zugestellt. Auch in anderen Bereichen von Daimler  sollen 30 Prozent der Stellen für Führungskräfte gestrichen werden.

Erst 2017 hatte der Betriebsrat zusammen mit der IG Metall einen Vertrag ausgehandelt, der betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2029 ausschließt. Sie wurden zuletzt aber von Porth nicht mehr ausgeschlossen. Betriebsratschef Michael Brecht wird sich auf Kompromisse einstellen müssen - auch auf der Ebene der Werke.

Ola Källenius zieht nach Informationen des manager magazins Werksschließungen in Erwägung. Zu den gefährdeten Standorten zählen unter anderem das mexikanische Gemeinschaftswerk mit Nissan, Aguascalientes, die Werke in Brasilien oder Südafrika. Auch deutsche Standorte werden in die Überlegungen miteinbezogen, so könnten beispielsweise im Achsen-, Motoren- und Getriebewerk Untertürkheim Produktionskapazitäten verringert werden.