Wegen Corona VW, Toyota und Apple-Partner Foxconn stoppen Produktion in China

Chinas Wirtschaft leidet unter dem schwersten Corona-Ausbruch seit Beginn der Pandemie. Nun müssen Unternehmen wie Volkswagen, Toyota und Foxconn ihre Produktion einstellen.
Steigende Infektionszahlen: In China muss Volkswagen die Produktion einstellen

Steigende Infektionszahlen: In China muss Volkswagen die Produktion einstellen

Foto: FABIAN BIMMER/ REUTERS

Die hochansteckende Omikron-Variante breitet sich in China weiter aus und sorgt für Corona-Ausbrüche in mehreren Landesteilen. Die Behörden von Changchun hatten am Freitag einen Lockdown für die Neun-Millionen-Metropole angeordnet, nachdem die Corona-Zahlen in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen waren. Auch wurden Massentests für die gesamte Bevölkerung angeordnet.

Infolgedessen setzten in Changchun Toyota und Volkswagen die Produktion in ihren Joint Ventures mit der chinesischen FAW Group aus. Bei Volkswagen sollen die Bänder bis Mittwoch stillstehen. Die Werke sollen auf Anordnung der Behörden vorerst für drei Tage bis einschließlich Mittwoch geschlossen bleiben, erklärte eine VW-Sprecherin in Peking.

Betroffen sind demnach ein VW-Werk, ein Audi-Werk sowie ein Komponentenwerk. Die Schließung bedeute laut der Sprecherin nicht automatisch, dass auch weniger Fahrzeuge gebaut werden. So könnten Ausfälle später etwa mit Sonderschichten nachgeholt werden, wenn es zu keinem längerfristigen Produktionsstopp kommt.

Apple-Partner- und Zulieferer betroffen

Nach dem Corona-Lockdown im südchinesischen Shenzhen haben auch der Apple-Partner Foxconn sowie der Apple-Zulieferer Unimicron Technology in der Metropole die Produktion in seiner Fertigungsstätte gestoppt, in der auch iPhones hergestellt werden. Wie das taiwanische Mutterhaus Hon Hai am Montag in Taipeh mitteilte, werden die Produktionslinien in anderen Werken angepasst, um die potenziellen Auswirkungen der Unterbrechung zu verringern. Wie lange die Produktion ausgesetzt wird, hänge von den Anordnungen der Behörden ab.

Hohe Zahlen lähmen Chinas Wirtschaft

"Chinas Wirtschaft könnte erneut schwer getroffen werden", erklärten die Analysten der japanischen Investmentbank Nomura. Die Corona-Situation in China habe sich in der vergangenen Woche in einem "alarmierenden" Tempo verschlechtert. "Der Ausbruch hat nun fast alle Teile Chinas erreicht, die von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind." Paul Weedman vom Beratungsunternehmen Victure Industrial in Shenzhen warnte vor einem Dominoeffekt. Der Hafen von Shenzhen, einer der wichtigsten Containerhäfen Chinas, erklärte, der Betrieb laufe normal. Doch zwei Unternehmen mit Lagerhäusern im Hafen stellten ihren Betrieb vorläufig ein.

Insgesamt haben die Behörden in diesem Jahr bereits mehr als 9000 symptomatische, im Inland übertragene Covid-19-Fälle gemeldet, nach 8.378 im Jahr 2021. Inklusiver importierter Fälle meldeten die Behörden in Festland-China bis zum 13. März 116.902 Fälle mit bestätigten Symptomen. Darin sind die Fälle in der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong nicht enthalten, die allein am Montag 26.908 neu Ansteckungen meldete.

Strikte Anti-Corona-Politik

Im Vergleich zu anderen Ländern sind die Corona-Zahlen in Festland-China niedrig, doch die Regierung hält weiterhin an ihrer strikten Anti-Corona-Politik fest und versucht, mit Lockdowns und Massentests Ausbrüche in den Griff zu bekommen. Loyd Ge, ein 34-jähriger Einwohner Shanghais, stellt sich auf weitere Einschränkungen ein. Trotz der Schließung des Fernbus-Bahnhofs und Testvorschriften bei Reisen in andere Provinzen habe es einen neuen Corona-Ausbruch in der Finanzmetropole gegeben. "Das heißt, die Eindämmungsmaßnahmen werden weiter verstärkt. Wir sollten uns auf einen Lockdown einstellen."

In Hongkong gelten bereits seit einiger Zeit die strengsten Einschränkungen seit Beginn der Pandemie. So dürfen sich maximal zwei Personen treffen, die Schulen sind geschlossen und im Freien herrscht eine Maskenpflicht. Die Regierungschefin von Hongkong, Carrie Lam, erklärte am Montag, es gebe keine Pläne für eine Verschärfung der Maßnahmen, da es angesichts der schon bestehenden strikten Einschränkungen nur begrenzten Spielraum gebe. Hongkong hat mehr als 700.000 Covid-19-Infektionen und etwa 4.200 Todesfälle gemeldet, die meisten davon in den vergangenen drei Wochen. Allein am Montag registrierte die Millionenmetropole 249 Todesfälle.

sio/Reuters, DPA