Autozulieferer kämpfen mit zweiter Covid-19-Welle ZF schließt Werk in NRW wegen Corona-Ausbrüchen

Die zweite Welle der Corona-Pandemie trifft die Autoindustrie: Der Zulieferer ZF schließt vorerst ein Werk in NRW wegen hoher Belegschafts-Infektionszahlen. Bei einem Konkurrenten läuft es - noch - besser.
Coronavirus-Infektionsrate von 13 Prozent in der Belegschaft: Deshalb legt ZF ein Werk in Eitorf in NRW vorübergehend still

Coronavirus-Infektionsrate von 13 Prozent in der Belegschaft: Deshalb legt ZF ein Werk in Eitorf in NRW vorübergehend still

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Felix Kästle / dpa

Der Autozulieferer ZF schließt sein Stoßdämpferwerk in Eitorf in Nordrhein-Westfalen vorübergehend wegen eines Corona-Ausbruchs. In dem Werk seien bisher 91 von knapp 700 Beschäftigten positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwochmorgen auf Anfrage. Daher solle das Werk nun von Donnerstag bis Sonntag dichtgemacht werden. Geplant sei, in der Zwischenzeit alle Mitarbeiter auf Corona testen zu lassen.

Wie es zu der Häufung an Corona-Fällen kam, sei unklar. Der Sprecher sagte, das Gesundheitsamt habe ZF bestätigt, dass keine Hygienemängel in dem Werk vorlägen. Zunächst hatten mehrere Medien berichtet. ZF hat seinen Sitz in Friedrichshafen am Bodensee.

Continental kann Produktion noch aufrechthalten

Auch Konkurrent Continental bekommt die Folgen der zweiten Corona-Welle in seinen Werken zu spüren, kann die Produktion aber aufrechterhalten. "Wir verlieren an einigen Standorten in Europa und Amerika durch höhere Infektionszahlen ganze Schichten, weil Mitarbeiter in Quarantäne gehen", sagte Finanzchef Wolfgang Schäfer am Mittwoch. Dadurch sei der Werksablauf bisweilen aufwändig zu gestalten. "Aber es funktioniert. Die Werke laufen so, dass wir die entsprechende Menge herausbringen können."

Bislang ist die deutsche Konjunktur zweigeteilt: Während viele Dienstleistungsbranchen von dem teilweisen Lockdown oder indirekten Corona-Folgen fast lahmgelegt sind, boomt die Industrie zu großen Teilen weiter. Produktionsausfälle wie im Frühjahr könnten dies aber ändern.

wed/dpa-afx/Reuters
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