Freitag, 19. Juli 2019

Continental verbietet Datenschleuder Weitere Konzerne verbannen Whatsapp von Diensthandys

Alle Kontakte, alle Daten - Social-Media-Apps greifen alles ab, was sie bekommen können

2. Teil: Unterschiedliche Politik bei Dax-Konzernen

Continental ist nicht der einzige Dax-Konzern, der zu diesem Mittel greift.

Die Deutsche Bank hat die Nutzung von Messenger-Diensten bereits im vergangenen Jahr verboten - allerdings weniger aus Datenschutzgründen, sondern weil die Nachrichten dort nur unzureichend archiviert werden. Das kann bei der nachträglichen Aufklärung von Vorgängen im Unternehmen problematisch sein.

Und auch bei BMW hat das Facebook-Unternehmen Whatsapp keine Chance. Auf den Diensthandys der Gruppe dürfen Mitarbeiter nach Angaben eines Sprechers nur vom Konzern freigegebene Apps nutzen. "Dazu gehören Whatsapp & Co. nicht."

Und auch bei der Münchener Rück und bei der Commerzbank müssen Mitarbeiter auf ihren Diensthandys auf Whatsapp verzichten. Bei dem Rückversicherer ist die Installation laut einem Firmensprecher verboten.

Andere Konzerne fahren eine weniger rigide Strategie. So ist Whatsapp bei der Commerzbank "für die geschäftliche Kommunikation" nicht zugelassen. Und auch Henkel setzt mit Skype auf ein anderes Unternehmenstool. Henkel-Mitarbeitern ist Nutzung für private Zwecke auf den Firmenhandy aber nicht prinzipiell verboten.

Auch bei der BASF können Mitarbeiter die Messaging-App aus dem Hause Facebook vorläufig weiter nutzen. "Seit der Möglichkeit der End-to-End-Verschlüsselung ist die Nutzung von Whatsapp auf Diensthandys auf Anfrage und auf freiwilliger Basis möglich", erklärte eine Sprecherin. Man weise die Mitarbeiter allerdings vor der ersten Nutzung explizit darauf hin, dass Whatsapp technisch unvermeidbar auf Daten, wie zum Beispiel Kontakte, zugreife. Zudem werde die App "Wie jede andere Anwendung" derzeit auf Vereinbarkeit mit der Datenschutzgrundverordnung geprüft.

Auch der Walldorfer Softwarekonzern SAP erlaubt grundsätzlich die Nutzung von Messenger-Diensten wie Whatsapp auf Dienstgeräten, allerdings nur für private Zwecke und ohne Zugriff auf das lokale Adressbuch. "Wir arbeiten derzeit an einer technischen Lösung, die private von Firmenkontakten trennt und somit die Nutzung von Whatsapp erleichtern soll", teilte SAP auf Anfrage mit.

Auch bei Beiersdorf ist in Sachen Whatsapp noch keine Verbots-Entscheidung gefallen. "Wir befinden uns aktuell noch in der Prüfung, ob es mögliche Nutzungseinschränkungen geben wird", teilte eine Sprecherin mit.

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