Autozulieferer in der Krise Deka fordert Ablösung von Conti-Aufsichtsratschef

Automobilzulieferer Continental ist nicht nur in den Dieselabgasskandal verwickelt, sondern musste im September auch noch manipulierte Qualitätstests bei Kühlungsschläuchen einräumen. Die Frankfurter Fondsgesellschaft Deka sieht Chefkontrolleur Wolfgang Reitzle als Teil der Probleme – und fordert seine Ablösung.
Kontrollversagen: Die Frankfurter Fondsgesellschaft Deka fordert die Ablösung von Conti-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle

Kontrollversagen: Die Frankfurter Fondsgesellschaft Deka fordert die Ablösung von Conti-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle

Foto: Matthias Balk / dpa / picture alliance

Erst der Dieselskandal, dann auch noch der Skandal um Qualitätstests – der Druck auf Conti-Chefkontrolleur Wolfgang Reitzle (73) nimmt zu. Die Frankfurter Fondsgesellschaft Deka fordert einen neuen Aufsichtsratschef für den Autozulieferer Continental. "Wir sind der Auffassung, dass es eine Erneuerung an der Spitze des Aufsichtsrates von Continental braucht", sagte Cornelia Zimmermann, Spezialistin für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) beim Wertpapierhaus der Sparkassen dem "Handelsblatt" laut einem Bericht vom Freitag.

"Wir sehen bei Continental ein strukturelles Problem im Aufsichtsrat, vor allem was den Vorsitz um Wolfgang Reitzle betrifft", sagte Zimmermann.

Nach den Abgasmanipulationen bei Dieselmotoren, die von der Staatsanwaltschaft Hannover untersucht werden, musste Conti im September Unregelmäßigkeiten mit Klimaanlagen und Industrieschläuchen einräumen. Normen für Prüfprozesse seien nicht eingehalten worden, heißt es. Continental hatte über viele Jahre hinweg Autobauer mit verunreinigten Teilen für Klimaanlagen beliefert und Testergebnisse manipuliert.

Der ehemalige Linde-Chef Reitzle ist 73 Jahre alt und noch bis zur Hauptversammlung 2024 als Aufsichtsratschef von Conti gewählt. Mit einer Beteiligung von 46 Prozent verfügt die Familie Schaeffler, die Eigentümerin des gleichnamigen Autozulieferers, über eine Hauptversammlungsmehrheit.

dri/Reuters
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