Autozulieferer Continental schlägt sich besser als erwartet

Der Autozulieferer Continental schneidet im zweiten Quartal in einem schwierigen Umfeld besser ab als erwartet. Allerdings muss der Konzern hohe Sonderkosten von fast 500 Millionen Euro schultern. Vorstandschef Setzer hält dennoch an der Jahresprognose fest.
Nikolai Setzer, Vorstandschef des Dax-Konzerns und Autozulieferers Continental

Nikolai Setzer, Vorstandschef des Dax-Konzerns und Autozulieferers Continental

Foto: Julian Stratenschulte / picture alliance/dpa

Der drittgrößte deutsche Autozulieferer Continental hat im zweiten Quartal operativ besser abgeschnitten als der Markt erwartet hatte. Allerdings schlugen Wertminderungen auf das Russland-Geschäft und Restrukturierungskosten für die Tochter Mobile Fluid Systems insgesamt mit fast einer halben Milliarde Euro zu Buche, teilte der Konzern am Mittwoch mit. An der Börse konnte Conti gleichwohl punkten. Im Dax legten die Papiere um 2,3 Prozent auf 72,56 Euro zu.

Im Zeitraum April bis Juni verbuchte Conti nach ersten Berechnungen einen Umsatz von 9,4 Milliarden Euro und eine operative Umsatzrendite von 4,4 Prozent, was einem Ebit von gut 410 Millionen Euro entspricht. Experten hatten Erlöse in Höhe von 9,2 Milliarden Euro erwartet und eine Ebit-Marge von 4,2 Prozent. Für das zweite Quartal 2021 hatte Conti ein bereinigtes Ebit von 711 Millionen Euro ausgewiesen und einen Umsatz von 9,9 Milliarden.

An der im April gesenkten Prognose für 2022 hielt der Vorstand fest. So soll der Umsatz zwischen 38,3 und 40,1 (Vorjahr 33,8) Milliarden Euro liegen und die operative Rendite zwischen 4,7 und 5,7 Prozent. Der Konzern rechnet früheren Angaben zufolge angesichts der Pandemie und dem Ukraine-Krieg in diesem Jahr mit zusätzlichen Kosten für Energie, Logistik und Material von 3,5 Milliarden Euro.

Automotive-Sparte schneidet besser ab

Im Quartal fiel der Umsatz vor allem in der Automotive-Sparte mit 4,3 Milliarden Euro besser aus als die Experten Conti zugetraut hatten. Das operative Ergebnis lag im Reifen-Geschäft über den Erwartungen, bei Contitech deutlich darunter.

Allerdings muss Continental Abschreibungen von fast einer halben Milliarde Euro vornehmen. 370 Millionen Euro entfallen auf Firmenwerte und Sachanlagen, da die Zinsen gestiegen sind und sich damit der Abzinsungsfaktor erhöht hat. Die zusätzlichen Sanktionen gegen Russland schlagen im dortigen Geschäft der Reifensparte mit Abschreibungen von 75 Millionen Euro zu Buche. Continental hatte zuletzt einen Komplett-Rückzug aus Russland erwogen.

rei/Reuters
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