Dienstag, 12. November 2019

Aktie unter Druck Continental erhält weniger Aufträge

Bau der neuen Conti-Zentrale in Hannover: Trotz der rückläufigen Aufträge bestätigt der Autozulieferer seine Prognose für das Jahr

Der Autozulieferer Continental sieht sich trotz rückläufiger Aufträge auf Kurs für seine Jahresziele. Der Dax-Konzern aus Hannover bekräftigte am Donnerstag bei der Vorlage der endgültigen Zahlen für das erste Quartal seine Prognose einer bereinigten operativen Umsatzrendite zwischen acht und neun Prozent. Vor Jahresfrist hatte die Ebit-Marge bei 9,3 Prozent gelegen. Der Konzern rechnet insbesondere in der zweiten Jahreshälfte mit einer Belebung des Umfelds.

Der Odereingang der Automotive Group schrumpfte in den ersten drei Monaten auf gut neun Milliarden Euro von rund elf Milliarden vor einem Jahr. Der Umsatz stieg um knappe 0,3 Prozent auf 11,05 Milliarden Euro. Wenn der Rückenwind vom schwächeren Euro und Zu- wie Verkäufe ausgeklammert würden, wäre der Erlös jedoch um 2 Prozent gesunken. "Unsere erhöhte Kostendisziplin hat zu unserem soliden Ergebnis beigetragen", sagte Konzernchef Elmar Degenhart.

Die Niedersachsen hatten erst Ende April auf Basis vorläufiger Zahlen einen deutlichen Gewinnrückgang für das erste Quartal bekanntgeben. Das operative Ergebnis sank um 17 Prozent auf 884 Millionen Euro. Damit sank die operative Marge auf 8,1 Prozent von 9,7 Prozent vor Jahresfrist. Den eigentlich für das zweite Halbjahr erwarteten Börsengang seiner Antriebssparte hat Conti wegen der schwachen Autokonjunktur auf frühestens nächstes Jahr verschoben.

Die Continental-Aktie Börsen-Chart zeigen gab am Morgen um 3,8 Prozent nach. Analysten bemängelten vor allem die geringere Zahl an Aufträgen.

Im Vorjahr war die Nachfrage und mit ihr die Automobilproduktion in China wegen des US-chinesischen Handelsstreits deutlich unter Druck gekommen. Auch in Europa lief mit der Einführung des neuen Abgas- und Verbrauchsprüfverfahrens WLTP die Autokonjunktur nicht mehr so rund wie zuvor.

mg/rtr, dpa-afx

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