Samstag, 25. Mai 2019

Comeback des Karma Fisker soll ab 2015 wieder Elektro-Sportwagen bauen

Elektrosportwagen Fisker Karma: Mitte 2015 soll er wieder vom Band laufen

Sie waren ebenso formschön wie fehleranfällig: Nur 1800 Elektrosportwagen baute Fisker vor seiner Insolvenz im Jahr 2013. Seit kurzem haben die Kalifornier einen chinesischen Eigentümer und bereiten einen neuen Anlauf vor. Doch es gibt noch viele Unsicherheiten.

Hamburg - Leonardo di Caprio investierte in das Unternehmen, Justin Bieber fuhr in einem ihrer Modelle herum: An einem Mangel an Medienpräsenz litt der Elektrosportwagenhersteller Fisker nie. Schon der Mitgründer des Unternehmens war kein Unbekannter in der Autobranche: Henrik Fisker designte einst aufsehenerregende Sportwagen wie den BMW Z8 oder Aston Martins DB8, bevor er 2007 seine eigene Automarke gründete.

Die Autos sollten Nachhaltigkeit mit Fahrfreude verbinden - und für dieses ambitionierte Ziel trieb Fisker mehr als eine Milliarde Dollar von Investoren auf. Das erste und bislang einzige Fisker-Modell, der 100.000 Dollar teure Hybrid-Sportwagen Karma, kommt im reinen Batteriebetrieb bis zu 80 Kilometer weit, danach schaltet sich ein 212 PS starker Benzinmotor zu.

Doch die Probleme mit der Fertigungsqualität und dem Batterielieferanten A123 Systems erwiesen sich für Fisker als Mühlenstein: Ab August 2012 stand die Produktion still, Anfang 2013 zog sich Unternehmensgründer Henrik Fisker zurück. Im März 2013 entließ der Hersteller drei Viertel seiner Belegschaft - und meldete kurz darauf Insolvenz an.

Vor wenigen Wochen übernahm der chinesische Autozulieferer Wanxiang den kalifornischen Autohersteller, der einige Zeit lang als Konkurrent des Elektroautopioniers Tesla galt. Nun plant Fisker offensichtlich die Rückkehr. In einem Interview erklärte Fisker-Interimschef Roger Brown, dass er ab Mitte 2015 die Produktion des Sportwagens Karma wieder starten wolle. Das berichtet die US-Tageszeitung The Detroit News in ihrer Onlineausgabe. Eine Kombi-Version des Karma könnte 2016 auf den Markt kommen, den Start eines billigeren Fahrzeugs peilt Brown für 2017 an.

Wichtige Entscheidungen stehen noch aus

Sehr weit gediehen sind die Pläne offenbar noch nicht. Unklar ist etwa noch, ob die Fahrzeuge weiter unter dem Namen Fisker verkauft werden. Zudem muss der Autohersteller entscheiden, ob er seine Fahrzeuge künftig in einer Fabrik im US-Bundesstaat Delaware produziert, die Fisker bereits gehört. Und einen neuen Stammsitz benötigt das bankrotte Unternehmen ebenfalls.

Brown will innerhalb der nächsten drei Monate einen neuen CEO anheuern - und eine Menge neues Personal. Denn derzeit hat Fisker gerade noch 25 Angestellte, für den Start der Produktion müssen es laut Brown aber mindestens 200 sein. Das Geld dafür soll der neue Eigentümer bereitstellen.

Immerhin hat Fisker einen Sanierungsexperten an Bord: Browns eigenes Unternehmen Summit Strategic Investment hat sich darauf spezialisiert, bei in Not geratenen Unternehmen einzusteigen und diese wieder auf Kurs zu bringen. Laut Angaben von Brown hat Summit bereits Unternehmen in der Automobilindustrie besessen und dabei auch mit Wanxiang zusammengearbeitet. Es gibt also Hoffnung, dass Browns Pläne nicht nur Ankündigungen bleiben.

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