EU-Grenzwert erreicht Daimler schafft Punktlandung bei CO2-Ziel 2020

Daimler-Chef Ola Källenius verbreitet Good News: Der Autobauer hat laut eigenen Berechnungen die CO2-Grenzwerte der EU bei Neuwagen eingehalten. Genutzt hat Daimler dabei der jüngste E-Auto-Boom.
Grüner Punkt statt roter Punkt: Daimler-Chef Ola Källenius hat die CO2-Vorgaben der EU dank "enormem Hochlauf" bei E-Fahrzeugen wohl eingehalten

Grüner Punkt statt roter Punkt: Daimler-Chef Ola Källenius hat die CO2-Vorgaben der EU dank "enormem Hochlauf" bei E-Fahrzeugen wohl eingehalten

Foto: Silas Stein / dpa

Der Autokonzern Daimler geht davon aus, mit seinen 2020 verkauften Neuwagen die CO2-Grenzwerte eingehalten zu haben. Vorstandschef Ola Källenius (51) verwies am Donnerstag auf einen "enormen Hochlauf" bei rein elektrischen und Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen in der zweiten Jahreshälfte. Daher gehe man auf Basis eigener Berechnungen davon aus, die Ziele erreicht zu haben. Daimler habe im Jahr 2020 knapp 160.000 Mercedes-Fahrzeuge mit reinem Elektro- oder Hybrid-Antrieb verkauft, die Hälfte davon allein im letzten Quartal. Dazu kämen rund 30 000 elektrische Smart-Kleinwagen. Vollständige Absatzzahlen legt Daimler erst noch vor.

Bereits im Oktober hatte sich Källenius im Interview mit dem manager magazin  siegesgewiss gegeben, die Grenzwerte 2020 einhalten zu können. Wie weit dies auch für seine Konkurrenten gilt, ist noch unklar: Laut einer Studie von Oktober 2020 dürfte die BMW Group die sogenannten EU-Flottengrenzwerte für 2020 ebenfalls schaffen. Eine offizielle Bestätigung von BMW dazu gibt es aber noch nicht. VW-Chef Herbert Diess sagte Mitte November in einem Interview, dass sein Konzern die Werte wohl "um ein Gramm oder so" verfehlen werde. Noch gibt es aber keine offiziellen Aussagen von Volkswagen dazu, ob der zuletzt stark gestiegene Absatz von E-Fahrzeugen im EU-Raum auch VW die Zielerreichung knapp sichern konnte.

Der Flottengrenzwert von 95 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer bezieht sich auf den Durchschnitt aller verkauften Fahrzeuge eines Herstellers. Für Elektro- und Hybridfahrzeuge werden unabhängig von dem tatsächlich veursachten Ausstoß null Emissionen berechnet. Je mehr davon ein Hersteller also verkauft, desto eher kann er die unter Umständen deutlich höheren Werte von Verbrennerfahrzeugen ausgleichen. Gelingt das nicht, werden Strafzahlungen fällig.

Der Wert ist nicht für alle Autobauer gleich, sondern wird für jeden individuell festgelegt - abhängig davon, ob er überwiegend kleine, leichte oder große, schwere Autos baut. Welchen Wert Daimler konkret erreicht habe, könne er noch nicht sagen, erklärte Källenius. Auch die Bestätigung durch die Behörden stehe noch aus.

wed/dpa-afx
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.