Neue Studie Chipmangel kostet Autoindustrie doppelt so viel wie bislang angenommen

Die globale Chipkrise hält weiter an, frühestens 2022 wird mit einer Entspannung der Lage gerechnet. Einer neuen Studie zufolge entgehen der Autoindustrie daher allein in diesem Jahr voraussichtlich Einnahmen in Höhe von 180 Milliarden Euro.
Produktion mit Einschränkung: Wegen der fehlenden Halbleiter müssen Autohersteller immer wieder ihre Produktion einstellen (im Bild eine Mitarbeiterin im VW-Werk Wolfsburg)

Produktion mit Einschränkung: Wegen der fehlenden Halbleiter müssen Autohersteller immer wieder ihre Produktion einstellen (im Bild eine Mitarbeiterin im VW-Werk Wolfsburg)

Foto: Julian Stratenschulte/ DPA

Der anhaltende Chipmangel wird für die globale Autoindustrie einer Studie zufolge fast doppelt so teuer wie bisher gedacht. Wegen der fehlenden Halbleiter dürften der Branche dieses Jahr Einnahmen in Höhe von 210 Milliarden US-Dollar (179 Milliarden Euro) entgehen, prognostizierte die Beratungsfirma Alix Partners am Donnerstag in München. Im Mai war sie noch von 110 Milliarden Dollar ausgegangen.

Auch der Produktionsausfall wird voraussichtlich deutlich größer sein. Demnach werden dieses Jahr wohl 7,7 Millionen Fahrzeuge weniger produziert als geplant. Im Mai hatte Alix Partners einen Ausfall von 3,9 Millionen Fahrzeugen prognostiziert.

Seit Monaten kämpfen nahezu alle wichtigen Branchen mit den Lieferengpässen in der Versorgung mit Halbleitern. Durch die Corona-Krise ist die Nachfrage nach den Computerchips noch einmal deutlich angestiegen, gleichzeitig führten die vielen Lockdowns aber auch zu Lieferschwierigkeiten für Silizium, den wichtigsten Rohstoff für Halbleiter. Und dann kamen zu Beginn des Jahres 2021 noch Naturkatastrophen dazu, die zu Produktionsausfällen bei großen Chipherstellern führten. Zudem verschärft auch das Schürfen von Kryptowährungen wie dem Bitcoin die Chipkrise, wie eine Studie jüngst zeigte. Die Autoindustrie muss deshalb ihre Produktion immer wieder zurückfahren und fertigt dadurch weniger Fahrzeuge.

So hatte etwa der japanische Autobauer Toyota Mitte September mitgeteilt, im bis Ende März 2022 laufenden Geschäftsjahr 300.000 weniger Autos produzieren zu können. Und Daimler-Vorstandschef Ola Källenius (52) erwartet erst 2023 eine deutliche Entspannung der Lage in der Branche.

mg/dpa-afx
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