Sonntag, 26. Mai 2019

Chinesisches Elektroauto-Startup NextEV Chinas Internet-Größen bringen Tesla-Rivalen an den Start

Elektroauto-Startups: Die verrücktesten Tesla-Herausforderer - und die gefährlichsten
Fisker

Schon mal von Next EV gehört? Vermutlich nicht. Bislang trat Next EV als Rennstall-Betreiber in der Elektroauto-Rennserie Formel E in Erscheinung. Doch das chinesische Unternehmen hat ganz, ganz Großes vor: Mit finanzkräftigen Investoren im Hintergrund will es dem kalifornischen Elektroauto-Pionier Tesla Motors Konkurrenz machen - und zwar ziemlich zügig.

Unterstützt wird Next EV dabei von namhaften Partern, die tiefe Taschen haben. Der chinesische Internet-Konzern Tencent zählt ebenso zu den NextEV-Unterstützern wie der Finanzinvestor Hillhouse Capital, der Anteile am umstrittenen US-Fahrdienst Uber hält. Zum Investorenkreis gehört auch der Gründer der chinesischen Autowebsite bitauto.com.

NextEV legt ziemlich professionell los: Die Investoren haben Martin Leach, den ehemaligen Chef von Fords Europageschäft, für das Elektroauto-Startup gewonnen. Er fungiert als Co-Präsident und wirbt aktuell Mitarbeiter an, die viel Branchenerfahrung mitbringen - etwa von Tesla, BMW, Volkswagen und anderen großen Autoherstellern.

Leach sucht Experten in Kalifornien, Shanghai und Peking, aber auch in Europa. Denn Standorte von NextEV gibt es auch in London und München, wie die Einträge der neuen NextEV-Mitarbeiter bei dem Karrierenetzwerk Linkedin nahelegen. Zu Leachs aufsehenerregendsten Anwerbungen zählt ein Mitentwickler von Teslas Model S und ein ehemaliger Chefdesigner von BMW.

Als erstes wird mal ein Super-Elektrorenner gebaut

Das chinesische Startup peilt bereits durchaus konkrete Ziele an, wie eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber Reuters erklärte. Das erste NextEV-Modell werde ein Elektro-Supersportwagen sein. Er soll bereits 2016 vorgestellt werden, mehr als 1000 PS Leistung auf die Straße bringen und unter drei Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Danach wolle sich NextEV leistungsstarken Familienautos widmen.

Mit seinem Supersportwagen läge NextEV allerdings knapp hinter der jüngst vorgestellten stärksten Variante von Teslas Model S, die in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 sprintet.

Mit welchen Summen und Anteilen die Investoren bei NextEV beteiligt sind, will das Unternehmen vertraulich halten. Und NextEVs Investoren sind bei weitem nicht die einzigen chinesischen Unternehmen, die sich beim Bau von Elektroautos engagieren wollen. So haben etwa auch die chinesischen Tech-Konzerne Alibaba, Xiaomi und Lesi erklärt, dass sie in Elektroauto-Unternehmen investieren wollen.

Tesla begrüßt die mögliche Konkurrenz vorerst mal freundlich. Gegenüber Reuters erklärten die Kalifornier: "Es freut uns, wenn andere Menschen unser Model S und unser Geschäftsmodell als Richtwert ansehen - seien es nun Großunternehmen oder finanziell gut aufgestellte Startups".

In letzter Zeit haben mehrere Unternehmen erklärt, es mit Tesla aufnehmen zu wollen. Welche das sind, erfahren sie in der Bildergalerie.

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