Montag, 25. Mai 2020

Ex-BMW-Vorstand ab 1. April CEO der VW-Tochter Stabwechsel bei Audi - Duesmann kommt, Schot geht

Der Ex-BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann ist ab 1. April 2020 neuer Audi-Chef
Rainer Häckl/ BMW AG/ DPA
Der Ex-BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann ist ab 1. April 2020 neuer Audi-Chef

Gerüchte über einen bevorstehenden Wechsel an der Audi-Spitze gab es seit Tagen, nun sind sie bestätigt: Der frühere BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann wird Chef der Volkswagen-Tochter Audi - und erhält auch im Konzernvorstand ein wichtiges Amt.

Duesmann übernimmt den Posten zum 1. April kommenden Jahres, wie VW und Audi am Freitag nach Sitzungen ihrer Aufsichtsräte mitteilten. Parallel übernimmt der Maschinenbauingenieur im Volkswagen-Konzernvorstand die Verantwortung für Forschung und Entwicklung. Vorstandschef Herbert Diess gibt dieses Ressort ab und leitet statt dessen künftig in Personalunion das Vertriebsressort.

"Markus Duesmann wird alles daransetzen, die großen Potenziale der Marke Audi zu heben", erklärte Diess, der auch den Audi-Aufsichtsrat leitet. Der Betriebsratschef und Vizevorsitzende des Aufsichtsrats, Peter Mosch, setzt ebenfalls große Hoffnungen auf den künftigen Firmenchef. "Von Markus Duesmann und seinem Vorstandsteam erwarten wir eine stabile Auslastung der Werke und mehr Mut zu Vorsprung durch Technik", erklärte Mosch.


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Warum sich die Personalie Duesmann so lange hinzog

Der bisherige Audi-Chef Bram Schot, der bisher im Volkswagen-Konzernvorstand den Vertrieb verantwortet, verlässt das Unternehmen Ende März, wie Volkswagen weiter ankündigte. Schot hatte erst im vergangenen Jahr die Nachfolge von Rupert Stadler angetreten, der wegen des Dieselskandals gehen musste. Schot habe die Führung in schwieriger Zeit übernommen, die Geschäfte sehr erfolgreich geleitet und wichtige Veränderungen angestoßen, erklärte Diess.

Die Entscheidung für Duesmann war erwartet worden. Gegenüber manager magazin erklärte Schot im Oktober 2018, auch langfristig als Audi-Chef zur Verfügung zu stehen. Schot erhielt Ende 2018 einen regulären Vertrag als Audi-Chef. Allerdings hatte der Vertriebsexperte von vorne herein wenig Chancen auf einen längeren Verbleib an der Audi-Spitze.

Denn Diess, der wie Duesmann von BMW kam, hatte seinen früheren Kollegen dort bereits im vergangenen Jahr abgeworben. Diess und seine Vorstandskollegen im Volkswagen-Konzern wollten zudem wieder einen Techniker an der Spitze von Audi sehen. Schot ist - wie auch sein Vorgänger Stadler - jedoch ausgebildeter Betriebswirt.

Doch erst im Spätsommer des laufenden Jahres stimmte der BMW-Aufsichtsrat Insidern zufolge einer vorzeitigen Vertragsauflösung von Duesmann zu.

Der 50-jährige arbeitete nach seinem Studium mehrere Jahre bei Daimler, unter anderem in der Motorenentwicklung und im Formel-1-Team. Im Jahr 2007 wechselte er zu BMW. Dort wurde er nach Leitungsaufgaben in den Bereichen Formel-1-Antrieb, Fahrdynamik und Antrieb im Oktober 2016 zum Einkaufsvorstand befördert wurde.

wed/Reuters

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