Größter Batteriehersteller für E-Autos CATL schickt seine Mitarbeiter in die Corona-Blase

Die Unternehmen in China leiden unter dem von Peking verhängten strengen Corona-Lockdown. Um dennoch weiter produzieren zu können, sollen die Mitarbeiter des Batteriezellenherstellers CATL nun isoliert leben und arbeiten.
Isoliert im Lockdown: Die Regierung in Peking setzt auf eine Null-Covid-Strategie und verhängt weiträumige Ausgangssperren

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Foto: ALEX PLAVEVSKI / EPA

Der chinesische Batteriehersteller CATL (Contemporary Amperex Technology Co. Limited) hat in seinem Hauptwerk in der südchinesischen Stadt Ningde ein sogenanntes "Closed-Loop-Management"-System eingeführt. Damit soll die Produktion trotz der Corona-Lockdowns aufrechterhalten werden. CATL ist der weltweit größte Lieferant von Elektroauto-Batterien für Autohersteller wie Tesla.

"Um die Versorgung des Marktes bestmöglich zu gewährleisten, haben wir strenge Netzmanagementmaßnahmen für den ordnungsgemäßen Betrieb der Produktionsbasis in Ningde ergriffen", sagte ein Vertreter des Unternehmens. Man habe das System am Samstagabend eingeführt.

Das chinesische "Closed-Loop-Management"-Verfahren ähnelt einer Blase, in der die Arbeiter isoliert schlafen, leben und arbeiten, um die Übertragung von Viren zu verhindern. Ein ähnliches System wurde bei den Olympischen Winterspielen in Peking eingesetzt, um das Veranstaltungspersonal von der Öffentlichkeit abzuschotten. Das Joint Venture von General Motors hat seine Produktion während der Abriegelung der Stadt Shanghai mit einem solchen System aufrechterhalten können.

Autoabsatz in China im März eingebrochen

Wegen der strengen Lockdowns in China ist der Absatz auf dem weltweit größten Automarkt im März stark zurückgegangen. So sanken die Verkäufe um fast 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 2,23 Millionen Fahrzeuge, wie der chinesische Verband der Automobilhersteller am Montag mitteilte. Autobauer und ihre Zulieferer mussten vielerorts die Produktion anhalten. "Die jüngste Pandemie-Situation war ziemlich ernst, und so waren die Zahlen im März nicht allzu gut, und wir sehen derzeit keine große Verbesserung im April", sagte Chen Shihua, der stellvertretende Generalsekretär des Verbands. Die Autobauer forderten von der Regierung in Peking finanzielle Unterstützung wie die Senkung der Kfz-Steuer.

Im März wurden aber deutlich mehr E- und Hybrid-Autos abgesetzt. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge mit alternativen Antrieben stieg im Jahresvergleich um knapp 138 Prozent auf 445.000 Stück. So lieferte Tesla von seinem chinesischen Werk trotz eines sechstägigen Stillstands aufgrund von Produktionsengpässen und pandemiebedingten Unterbrechungen die höchste Zahl an Elektrofahrzeugen seit Dezember aus.

China schränkt die Bewegungsfreiheit derzeit der Bürger stark ein, unter anderem in der Provinz Jilin und in Shanghai, um die Ausbreitung der hoch ansteckenden Omikron-Variante einzudämmen. Daher stockt die Produktion zum Beispiel beim US-Elektroautobauer Tesla und bei Volkswagen in Shanghai. Die Joint-Ventures von VW und Toyota in Changchun, der Hauptstadt von Jilin, mussten seit Mitte März die Bänder anhalten. In der chinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai wird der Lockdown trotz eines weiteren Anstiegs der Corona-Fallzahlen in einigen Bereichen ab dieser Woche gelockert.

mg/Reuters, dpa-afx