Dienstag, 21. Mai 2019

Trotz Verhaftung von Ghosn Renault, Nissan und Mitsubishi bekennen sich zur Allianz

Carlos Ghosn wurde vor zehn Tagen in Japan verhaftet. Seitdem wird über ein Auseinanderbrechen des Bündnisses aus Renault, Nissan und Mitsubishi spekuliert

Nach dem Sturz von Automanager Carlos Ghosn in Japan haben sich Renault Börsen-Chart zeigen , Nissan Börsen-Chart zeigen und Mitsubishi Börsen-Chart zeigen zu ihrer Auto-Allianz bekannt. Einstimmig und mit Überzeugung hätten die drei Unternehmen in den vergangenen Tagen ihre "tiefe Verbundenheit" für das Dreier-Bündnis bekräftigt, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung am Donnerstag. Der Erfolg dieser Allianz sei seit zwei Jahrzehnten unerreicht. "Wir bleiben dem Bündnis uneingeschränkt verbunden."

Die Spitzen der drei Unternehmen sind am Donnerstagvormittag via Videokonferenz zusammengekommen, um über die Zukunft der Allianz zu sprechen. Nach Angaben von Renault war die Konferenz noch im Gange.

Zuletzt hatte Nissan als Konsequenz aus der Finanzaffäre um Ghosn eine Veränderung der Führungsstrukturen innerhalb der Dreier-Allianz angestrebt. Es habe eine zu große "Konzentration an Macht" in der Person Ghosn gegeben, hatte Nissan-Vorstandschef Hiroto Saikawa vor Beschäftigten gesagt.

"Ich wünsche nicht, dass es Änderungen gibt bei den Macht-Gleichgewichten zwischen Renault und Nissan", sagte hingegen der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire. Sein Wort hat in Paris Gewicht, denn der französische Staat ist zu 15 Prozent an Renault beteiligt.

Ghosn war am 19. November in Tokio festgenommen worden, weil er gegen japanische Börsenauflagen verstoßen haben soll. Internen Ermittlungen zufolge soll er Geldbezüge in offiziellen Berichten als zu niedrig beziffert haben. Am vergangenen Donnerstag wurde der 64-Jährige von Nissan als Verwaltungsratschef entlassen, am Montag folgte dann seine Freistellung bei Mitsubishi Motors.

Renault ist zu 43,4 Prozent an Nissan beteiligt, die Japaner ihrerseits zu 34 Prozent an Mitsubishi. Nissan wiederum hält einen Anteil von 15 Prozent an dem französischen Autokonzern, verfügt dabei aber über keine Stimmrechte.

mg/dpa-afx

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