Mittwoch, 18. September 2019

"Le-Figaro"-Bericht Ex-Chef Ghosn verklagt Nissan und fordert Millionen

Nissans Ex-Chef Carlos Ghosn mit seiner Frau Carole im März 2019 an ihrem Wohnort in Tokio

Der frühere Automanager Carlos Ghosn geht einem Bericht zufolge juristisch gegen Nissan und Mitsubishi vor. Wie die französische Zeitung "Le Figaro" am Mittwochabend berichtete, verklagt Ghosn die beiden japanischen Autobauer wegen "Vertragsbruchs". Demnach fordern seine Anwälte bis zu 15 Millionen Euro an Entschädigungen. Die Verteidiger und Sprecher des in Japan festgehaltenen Ghosn reagierten zunächst nicht auf den Bericht.

Der Zeitung zufolge geht es um Ghosns Posten in der gemeinsamen Firma der beiden Autobauer, der Nissan-Mitsubishi B.V. (NMBV) mit Sitz in den Niederlanden. NMBV gehört zu gleichen Teilen den beiden japanischen Autobauern. Die Firma war 2007 zu dem Zweck gegründet worden, "die Synergien der Partnerschaft zu untersuchen und zu fördern". Ghosn war dort angestellt.

Ghosns Anwälte argumentieren, dass der frühere Renault-Chef zwar von seinem Vertrag beim Gemeinschaftsunternehmen von Renault und Nissan in den Niederlanden (RNBV) zurückgetreten sei, nicht aber bei NMBV. Daher handle es sich um einen ungerechtfertigten "Vertragsbruch".

Ghosn wartet derzeit in Japan auf ein Verfahren gegen ihn. Er war im November in Tokio festgenommen worden, ist aber seit Anfang März unter Zahlung einer Kaution auf freiem Fuß. Ghosn darf Japan jedoch nicht verlassen und wird mit Kameras überwacht.

Die Staatsanwaltschaft in Tokio wirft dem 65-Jährigen vor, er habe jahrelang ein zu niedriges Einkommen bei dem Autohersteller Nissan deklariert, der mit Renault eine Allianz unterhält. Als früherer Verwaltungsratschef bei Nissan soll Ghosn auch persönliche Verluste auf den Autokonzern übertragen haben. Ghosn bestreitet die Vorwürfe.

luk / afp

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