Freitag, 6. Dezember 2019

Herber Schlag für Elektroauto-Start-up Byton-Mitgründer verlässt den "Tesla-Killer"

Byton-Mitgründer Breitfeld verlässt das Unternehmen noch vor dem Marktstart des M-Byte

Nun ist es offiziell: Der Byton-Mitgründer Carsten Breitfeld verlässt das chinesische Elektroauto-Start-up. Breitfeld wolle sich neuen Aufgaben in der Start-up-Branche stellen, teilte Byton mit. manager magazin premium hatte bereits vergangene Woche über den bevorstehenden Abgang berichtet.

"Carsten half beim Aufbau einer starken Marke und brachte die richtigen Leute dazu, unser Start-up auf die nächste Stufe zu bringen", sagte Byton-CEO Daniel Kirchert laut Mitteilung. Breitfeld hatte das chinesische Unternehmen 2016 mitgegründet und gilt als das Gesicht der Marke. Der Manager war zuvor Entwicklungsleiter von BMWs Elektro-Hybridsportler i8 und brachte wichtiges Know-how in das Unternehmen ein. Der Abgang gilt daher als herber Verlust für die Elektroautomarke.

Bei Byton mit seinen mittlerweile 1600 Mitarbeitern kriselt es seit längerem. Ende Januar dieses Jahres wurden die Aufgaben im Führungsgremium neu verteilt. Breitfeld wurde zum Aufsichtsratschef ernannt, Mitgründer Kirchert zum CEO. Beobachter interpretierten dies als Degradierung Breitfelds.

Serienproduktion soll wie geplant im vierten Quartal beginnen

Zudem gibt es Sorgen, ob Byton wirklich im vierten Quartal 2019 mit der Serienproduktion seines Elektro-SUVs M-Byte beginnen kann. Breitfeld selbst hatte kürzlich gegenüber dem manager magazin eingeräumt, dass sich die Finanzierungsbedingungen für Start-ups verschlechtert hätten.

Diesen Zweifeln tritt der Autobauer in seiner Mitteilung allerdings entgegen: Innerhalb der nächsten drei Monate seien die Bauarbeiten im chinesischen Werk Nanjing abgeschlossen, so dass die Vorserienproduktion beginnen könne, hieß es weiter. Im vierten Quartal beginne dann wie geplant die Serienproduktion. Die dritte Finanzierungsrunde werde zudem im Sommer abgeschlossen.


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Breitfeld ist auf der Autoshow in Shanghai bereits beim chinesischen Start-up Iconiq aufgetreten. Bei dem Elektroautohersteller ist kürzlich der Job als CEO freigeworden, da Bruno Lambert den Chefposten bei Borgward übernahm.

mg

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