Samstag, 18. Januar 2020

Warren Buffetts Elektroauto-Chinesen BYD greift Daimler mit eigener Fabrik in Europa an

Build Your Dreams: Nicht nur in China (im Bild) will BYD Elektrobusse produzieren, sondern bald auch in Ungarn
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Build Your Dreams: Nicht nur in China (im Bild) will BYD Elektrobusse produzieren, sondern bald auch in Ungarn

2. Teil: Warren Buffets großes Glück mit BYD

Da sich Importbusse aus China vielerorts kaum vermitteln lassen würden, verschafft sich BYD mit dem Standort in Ungarn einen Vorteil im beginnenden Wettstreit um Aufträge. Daimler, Volvo, Solaris (Polen) und andere sind inzwischen aber auch aufgewacht und stellen eine größere E-Bus-Produktion für die kommenden Jahre in Aussicht.

Die große Frage ist nun, ob die Fabrik in Ungarn eine Art Brückenkopf für die Chinesen in Europa ist. Die Investition verstärke das Bekenntnis seines Unternehmens zum europäischen Markt, sagte BYD-Regional-Chef Isbrand Ho.

Der Name der ungarischen Tochter "BYD Electric Bus & Truck Hungary" legt jedoch nahe, dass sich das Europa-Engagement nicht auf Busse beschränkt. Bisher ist die Rede von Gabelstaplern, die in Komarom ebenfalls vom Band laufen sollen.

Das in China bereits florierende Geschäft mit Elektro-Pkw hält BYD in Europa bisher auf Sparflamme. Das reichweitenstarke Modell e6 wird bisher in geringer Stückzahl importiert und eher zurückhaltend vermarktet.

Während Daimler und BYD in Europa konkurrieren, sind sie in China auch Partner. Gemeinsam entwickeln sie das Elektroauto Denza. Bisher ist es hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Doch ein jüngstes Upgrade hebt die Reichweite auf 400 Kilometer - und damit auf das Niveau des BYD-Modells e6.

BYD-Investor Warren Buffett dürfte die Expansion nach Europa derweil mit Vergnügen beobachten. Der US-Starinvestor hält über seine Holding Berkshire Hathaway gut 8 Prozent an dem Unternehmen. Vor acht Jahren zahlte er 232-Millionen US-Dollar für 10 Prozent der Anteile, seither hat sich der Wert des Unternehmens vervielfacht.

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Foto: REUTERS
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