Chinesischer Elektroautobauer "Tesla-Jäger" BYD startet in Deutschland und Schweden

Erst kürzlich überholte der chinesische Elektroautobauer "Build Your Dreams" den US-Wettbewerber Tesla beim Absatz. Nun will BYD den europäischen Markt erobern – und startet damit in Deutschland und Schweden.
BYD hat das Elektroauto "Seal" kürzlich in Hongkong vorgestellt und will es in direkter Konkurrenz zu Teslas Model 3 positionieren

BYD hat das Elektroauto "Seal" kürzlich in Hongkong vorgestellt und will es in direkter Konkurrenz zu Teslas Model 3 positionieren

Foto: Anadolu Agency / Anadolu Agency via Getty Images

Schwer vorzustellen, dass es dabei bleibt, aber der chinesische Elektroautobauer BYD hat kürzlich den Marktführer Tesla mit seinen Absatzzahlen im ersten Halbjahr überholt – auch, weil der Wettbewerber in Fernost mit seinen Produktionsstätten von Lockdowns weitgehend verschont blieb. Nun will der "Tesla-Jäger" in Europa angreifen.

Nachdem BYD im Juli erklärt hatte , dass es einen Vertriebspartner für die Niederlande gefunden habe, will der Autobauer nun den deutschen und schwedischen Markt betreten – und das noch im laufenden Jahr. Zu diesem Zweck gehen die Chinesen eine Partnerschaft mit der schwedischen "Hedin Mobility Group" ein, nach eigenen Angaben eine der größten europäischen Händlergruppen mit 235 Verkaufsstandorten in bislang acht Ländern. Wie Hedin mitteilt , will das Unternehmen Fahrzeuge von BYD in Schweden und Deutschland vertreiben, verkaufen und entsprechende Services anbieten.

Demnach werde BYD im Oktober mit dem Verkauf beginnen, die ersten Fahrzeuge sollen im vierten Quartal ausgeliefert werden. Erste Stores in ausgewählten Großstädten sollen ab Oktober eine Auswahl an Modellen zeigen. Welche Modelle BYD zu welchem Preis anbieten wird, ist noch nicht bekannt. Eine deutsche (www.bydauto.de) und eine schwedische Website will der Hersteller noch im August einrichten.

BYD-Elektroautos zählen in China zu den beliebtesten

In China zählen die Elektroautos von BYD mit einem Marktanteil von 15,5 Prozent (Stand April) knapp vor Tesla zu den beliebtesten. BYD will nach früheren Angaben im kommenden Jahr bis zu 200.000 E-Autos auf dem europäischen Markt verkaufen . Der Konzern produziert Fahrzeuge an mehr als 30 Standorten weltweit und stellt auch Elektrobusse, Lastkraftwagen sowie Transporter her.

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Die Ankündigung von BYD steht für den Vormarsch chinesischer Elektroautobauer auf dem Weltmarkt. Insbesondere in Europa, wo Konzerne wie Volkswagen oder Renault ebenfalls unter Chipmangel und Lieferengpässen leiden, setzen Hersteller aus Fernost gegenwärtig dazu an, Marktanteile zu erobern. manager magazin berichtete über die Entwicklung in einem umfangreichen Branchen-Report .

BYD baut seit etwa zwei Jahrzehnten Fahrzeuge und war 1995 von dem chinesischen Chemiker Wang Chuanfu (56) als Batterieproduzent gegründet worden. Laut "Financial Times" hat sich der Konzern im Ranking der weltgrößten Batteriezellenhersteller mittlerweile auf Rang zwei hinter CATL vorgeschoben.

BYD produziert auch Akkus für mobile Endgeräte. Der chinesische Mischkonzern erzielte im vergangenen Jahr Umsätze in Höhe von umgerechnet rund 30 Milliarden Euro, das Nettoergebnis fiel auf 429 Millionen Euro.

An der Börse ist der Mischkonzern BYD derzeit umgerechnet rund 101 Milliarden Euro wert, in den vergangenen sechs Monaten hat die Aktie  gegen den schwachen Gesamttrend mehr als 30 Prozent zugelegt. Zum Vergleich: Volkswagen als größter europäischer Autobauer bringt es auf eine Marktkapitalisierung von derzeit rund 86 Milliarden Euro. Die im Dax notierten Vorzugsaktien  der Wolfsburger haben in den vergangenen sechs Monaten gut 25 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

rei
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