Abgasbelastung und Fahrverbote Bundesamt genehmigt erstmals Diesel-Hardware-Nachrüstung

Straßenverkehr in Stuttgart: Durch Nachrüstungen könnten Autofahrer Fahrverboten entgehen.

Straßenverkehr in Stuttgart: Durch Nachrüstungen könnten Autofahrer Fahrverboten entgehen.

Foto: Marijan Murat/ dpa

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat laut einem Bericht des SPIEGEL erstmals ein System zur Hardware-Nachrüstung von Euro-5-Dieselfahrzeugen genehmigt. Das Magazin berief sich auf eigene Informationen sowie auf Recherchen des Bayerischen Rundfunks. Die Genehmigung für das System zur Minderung des Schadstoffausstoßes gilt demnach allerdings zunächst nur für einige Modelle des Herstellers Volvo.

Die Hardware-Nachrüstung soll vor allem den Stickoxidausstoß älterer Diesel-Fahrzeuge deutlich senken. Das nun genehmigte System der Bamberger Firma Dr. Pley ist laut SPIEGEL für Volvo-Fahrzeuge mit 2,0- beziehungsweise 2,4-Liter-Dieselmotoren vorgesehen. Diese sind demnach in den Modellen XC60, XC70, S60 und V60 eingesetzt. Durch das System lasse sich der Stickoxidausstoß auf weniger als 270 Milligramm pro Kilometer senken, womit die Fahrzeuge von geltenden oder geplanten Fahrverboten ausgenommen wären.

Dem Bericht zufolge dürfte das Kraftfahrt-Bundesamt in Kürze auch Systeme von Dr. Pley zur Nachrüstung von Mercedes-Benz-Dieselfahrzeugen der E-Klasse sowie von weitere Modelle von Mercedes und BMW genehmigen.

Die Hardware-Nachrüstungen waren lange umstritten. Vor allem Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) lehnte deren Einbau lange ab und setzte stattdessen auf den Ersatz von Alt- durch Neufahrzeuge. Der Schadstoffausstoß von Diesel-Fahrzeugen trägt maßgeblich dazu bei, dass in mehreren Städten Grenzwerte für die Stickoxid-Konzentration in der Luft überschritten werden.

cr/afp