Dienstag, 25. Juni 2019

Brexit und Diesel-Krise Britischer Automarkt mit größtem Einbruch seit Finanzkrise

Black Cab in London: Nachfrage auf britischem Automarkt fällt um fast 7 Prozent

Der britische Automarkt hat 2018 den schwersten Einbruch seit der Finanzkrise vor zehn Jahren erlitten. Grund für die Absatzflaute sind eine sinkende Nachfrage nach Diesel-Fahrzeugen, striktere Abgasvorschriften und die Verunsicherung der Verbraucher wegen der Unklarheiten um den Brexit.

Die Nachfrage in Großbritannien fiel um fast sieben Prozent auf 2,37 Millionen Fahrzeuge, wie aus vorläufigen Daten des Automobilverbands SMMT am Montag hervorging. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt 2008 mit einem Minus von 11,3 Prozent.

Vor allem die Dieselkrise führte zu dem Einbruch. Die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen ging den Daten zufolge um fast 30 Prozent zurück. Der Verband warnte aber auch vor den Folgen des Austritts aus der EU Ende März.

"Jeder bemerkt, dass der Brexit eine existenzielle Bedrohung für die britische Autoindustrie darstellt, und wir hoffen, dass sich eine praktikable Lösung durchsetzt", sagte der SMMT-Vorsitzende Mike Hawes. In der britischen Autobranche arbeiten rund 850.000 Menschen. Eine Abstimmung über den von Theresa May ausgehandelten Brexit-Deal ist für den 15. Januar vorgesehen. In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Einbürgerungsanträge britischer Staatsbürger, die in Deutschland, Schweden oder Irland leben und sich einen EU-Pass sichern wollen, deutlich gestiegen.

la/dpa

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