TU Chemnitz weiht Labor ein Sachsen wird Wasserstoff-Hotspot

Ingenieursstudenten an der TU Chemnitz (Archivaufnahme)

Ingenieursstudenten an der TU Chemnitz (Archivaufnahme)

Foto: Wolfgang Thieme/ picture-alliance/ dpa

Mit viel politischem Tamtam hat Siemens  am Montag ein Forschungszentrum für Wasserstofftechnik im sächsischen Görlitz angekündigt. Nun baut die Technische Universität Chemnitz ihre Brennstoffzellen-Forschung weiter aus: Am Mittwoch hat die Hochschule ein neues Labor eingeweiht, um mehr darüber zu erfahren, wie Autos zukünftig mit Wasserstoff angetrieben werden können.

"Die Brennstoffzelle ist der nächste konsequente Schritt für die Elektromobilität", sagte Thomas von Unwerth der Deutschen Presse-Agentur. Er leitet die Chemnitzer Professur für alternative Fahrzeugantriebe, an der derzeit rund 30 Mitarbeiter am Automotor der Zukunft arbeiten.

Die Uni forscht demnach bereits seit neun Jahren an dieser neuen Technologie. Seit 2016 kooperiert sie dafür mit dem Unternehmen Continental Powertrain, das nun auch an dem Labor beteiligt ist. Das neue Brennstoffzellen-Testfeld soll unter anderem im Beisein von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) eingeweiht werden.

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"Damit können wir nun einzelne Komponenten bis hin zum gesamten System mit einer Antriebsleistung von 150 kW testen", so von Unwerth. Das entspreche 220 PS. Zukünftig sei sogar eine Leistung von bis zu 300 kW (rund 400 PS) machbar. Dieses Testfeld sei europaweit einzigartig und vor allem mit Blick auf Nutzfahrzeuge entscheidend, für die die herkömmliche Batterietechnologie in größerem Umfang nicht sinnvoll sei, betont der Wissenschaftler. Wasserstoff gilt hier als vielversprechende Alternative.

Im Vergleich zu Lithium-Ionen-Batterien weist die Brennstoffzelle dem Forscher zufolge mehrere Vorteile auf: Zum einen eine weitaus größere Reichweite von 600 bis 700 Kilometern, zum anderen das schnelle Nachfüllen des Wasserstoffs. "Das dauert mit drei Minuten nicht länger als bei Benzin oder Diesel." Darüber hinaus benötige diese Technologie weniger seltene Rohstoffe wie etwa Lithium. Ende November plant die Uni die erste Fachkonferenz rund um die Brennstoffzelle.

luk / dpa
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