Sonntag, 26. Mai 2019

Milliarden für autonomes Fahren und Künstliche Intelligenz Bosch will 25.000 Software-Experten einstellen

Der Autozulieferer Bosch sieht die Zukunft im autonomen Fahren

Bosch will bis 2022 rund vier Milliarden Euro in das autonome Fahren investieren - und sucht über Daimler hinaus noch einen weiteren Partner. Um der neuen Mobilität den Weg zu ebenen, will der Konzern zugleich massenhaft Software- und KI-Experten einstellen.

Der Autozulieferer Bosch plant weitere milliardenschwere Investitionen in das autonome Fahren und strebt dazu ein breites Bündnis mit den Autobauern und anderen Zulieferern an. Autos ohne Lenkrad und Pedal würden im kommenden Jahrzehnt zum "Game Changer für die individuelle Mobilität", ist Bosch-Chef Volkmar Denner überzeugt.

Damit wären neue Geschäftsmodelle wie Robotaxis oder Shuttle-Dienste mit riesigem Marktpotenzial möglich, erklärte er am Dienstagabend in Stuttgart. Dieses Feld werde deshalb zum Investitionsschwerpunkt für Bosch. "Allein bis 2022 rechnen wir mit Vorleistungen in Höhe von vier Milliarden Euro."

Bosch und Daimler für weitere Partner offen

Es sei ein Gebot der Wirtschaftlichkeit, die immensen Entwicklungskosten auf mehrere Schultern zu verteilen. Deshalb hätten Bosch und der Autobauer Daimler zum Start ihrer Zusammenarbeit vor knapp zwei Jahren schon erklärt, offen für weitere Partner zu sein. "Wir sprechen mit mehreren im Moment."

Noch vor dem Stuttgarter Duo hatte BMW begonnen, im Verbund mit Zulieferern am hoch und völlig automatisierten Fahren zu arbeiten. Volkswagen, wo die Premiumtochter Audi die fahrerlose Technologie vorantreiben soll, kam unterdessen nicht voran. Jetzt ist die deutsche Autoindustrie über ein ganz großes Entwicklungsbündnis im Gespräch, wie das manager magazin jüngst exklusiv berichtete.


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In die Vollen will Bosch auch beim Erforschen und Entwickeln von Künstlicher Intelligenz gehen. Sämtliche Bosch-Produkte von Autoteilen über Industrie- und Gebäudetechnik bis hin zu Elektrowerkzeugen und Hausgeräten sollen mit KI ausgestattet und damit zum Lernen befähigt werden. Der Stiftungskonzern will hier Denner zufolge zur Weltspitze gehören.

Zahl der KI-Experten soll sich vervielfachen

Die Zahl der KI-Experten im Unternehmen sollen von derzeit rund 1000 bis 2021 auf 4000 steigen. In den kommenden fünf Jahren wolle der Stiftungskonzern weitere 25.000 Experten für Software einstellen, erklärte Personalchef Christoph Kübel. Allerdings ist der Markt für Programmierer, IT- und Software-Experten hart umkämpft. Die Belegschaft zählt weltweit mittlerweile 410.000 Köpfe.

Unterdessen soll die Beschäftigung in der Diesel- und Benzinmotorentechnik weiter schrumpfen. Im vergangenen Jahr seien 600 Stellen im Dieselgeschäft über Altersteilzeit und Auslaufen befristeter Jobs abgebaut worden. So lange die Nachfrage nach Verbrennungsmotoren nur langsam sinke, lasse sich der Wandel über die Altersfluktuation auffangen. "Bei abruptem Wandel wird es schwierig", ergänzte Bosch-Chef Denner.

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