Angriff aus China Das sind die 100 größten Automobil-Zulieferer

Die Branche – angeführt von Bosch – steht unter großem Transformationsdruck. Darunter litten vor allem deutsche und japanische Unternehmen, während chinesische Zulieferer nach vorn drängen. Das aktuelle Ranking der Top 100.
Drohende Wachablösung: Schon 2028 könnten chinesische Zulieferer die deutschen beim Umsatz überholen

Drohende Wachablösung: Schon 2028 könnten chinesische Zulieferer die deutschen beim Umsatz überholen

Foto: DPA

Den 100 größten Automobilzulieferern weltweit ging es 2021 trotz andauernder Corona-Krise, Lieferkettenchaos und zunehmendem Transformationsdruck besser als 2020. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Beratungsfirma Berylls Strategy Advisors hervor. Demnach stieg der Umsatz der Unternehmen im vergangenen Jahr um mehr als 13 Prozent auf 899 Milliarden Euro. Sie nähern sich damit ihrem Rekordniveau aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 an, damals fielen die Umsätze noch um zwei Prozent höher aus. Mit durchschnittlich 6,3 Prozent Rendite waren die Geschäfte der größten Zulieferer 2021 zudem wieder deutlich profitabler (2020: 2,6 %). Die Berater führen das nicht zuletzt auf groß angelegte Sparprogramme bei den Unternehmen zurück.

Unter den ersten fünf im Ranking des Beratungsunternehmens, das sich am Umsatz der Firmen orientiert, finden sich mit Bosch (1.), Continental (3.) und ZF Friedrichshafen (4.) drei deutsche Zulieferer-Konzerne. Wichtigster Aufsteiger im vergangenen Jahr war CATL. Der chinesische Batteriespezialist machte im Vergleich zu 2020 24 Plätze gut und landete mit einem Umsatz von gut 18,1 Milliarden Euro auf Rang zehn. "Dass ein Batterieproduzent in die Top Ten aufrücken würde, ist wenig überraschend", sagt Berylls-Partner Alexander Timmer. "Die Nachfrage nach Akkus war selbst im schwierigen Jahr 2021 so groß, dass CATL in der logischen Folge zu den ganz großen Gewinnern zählt."

Mit Weichai Power rangiert der nächste Zulieferer aus China gleich auf Rang zwölf. Insgesamt befinden sich inzwischen sogar neun chinesische Firmen unter den hundert größten Zulieferern. Und keineswegs nur im Segment neuer Antriebstechnologien und Software – mit Citic Dicastal sprang ein Leichtmetallfelgenhersteller um 26 Positionen auf Rang 62.

Insgesamt konnten die neun chinesichen Zulieferer in den Top 100 ihre Umsätze 2021 um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Dabei profitierten sie stark von der chinesischen Industriepolitik, die einerseits den Binnenmarkt stärkt, andererseits aber auch die Expansion in internationale Leitmärkte befeuert. Auf dem Weltmarkt verschieben sich dadurch die Gewichte.

Seit 2018 konnten die chinesischen Zulieferer ihren Anteil von 5 auf 9 Prozent ausweiten. Laut Berylls leiden vor allem deutsche und japanische Wettbewerber. Machten 2018 japanische Zulieferer noch 27 Prozent des Gesamtumsatzes der hundert größten Unternehmen aus, waren es zuletzt nur noch 24 Prozent. Bei den deutschen Konzernen sank der Anteil von 23 auf 21 Prozent.

Die Berylls-Prognose sollte für die Platzhirsche Warnung genug sein: "Schreiben die Chinesen ihre Erfolgsgeschichte konsequent fort, werden sie im Jahr 2028 die Vorreiterrolle im weltweiten Zulieferer-Ranking einnehmen und die deutsche Konkurrenz aus der Spitzengruppe verdrängen", mahnen die Berater.

sey, lhy