Nach starkem Quartal BMW erwartet wegen Chipmangels schwieriges zweites Halbjahr

Höhere Materialpreise und knappe Chipversorgung - BMW warnt nach einem starken zweiten Quartal vor Belastungen in der zweiten Jahreshälfte.
Endabnahme: BMW-Produktion in Leipzig

Endabnahme: BMW-Produktion in Leipzig

Foto: Jan Woitas/ dpa

Der Münchener Autobauer BMW stellt sich nach einem kräftigen Plus bei Umsatz und Gewinn angesichts des Chipmangels auf ein schwierigeres zweites Halbjahr ein. Mit zunehmender Dauer der Engpässe werde die Situation angespannter, sagte Finanzvorstand Nicolas Peter (59) am Dienstag. Auch im zweiten Halbjahr sei mit Produktionseinschränkungen und damit verbundenen Auswirkungen auf den Fahrzeugabsatz zu rechnen. Aktien von BMW  reagierten mit einem Minus von 3,7 Prozent auf die Mitteilung.

Erst vor zwei Wochen hatte BMW in seinem Werk in Leipzig wegen fehlender Halbleiter nur an einem von fünf Tagen produzieren können. Rund 4000 Autos konnten wegen des Produktionsstopps nicht gebaut werden. Normalerweise werden in dem Werk täglich rund 1100 Fahrzeuge gebaut. BMW produziert in Leipzig die Modelle 1er, BMW 2er und das Elektroauto i3.

Starke Nachfrage im ersten Halbjahr

In der ersten Jahreshälfte profitierten die Münchener von der weltweit starken Nachfrage nach Autos. Der Umsatz verbesserte sich in den ersten sechs Monaten um 28 Prozent auf 55,5 Milliarden Euro, der Nettogewinn schnellte auf 7,6 Milliarden Euro von 362 Millionen nach oben. Dabei spielte eine Rolle, dass BMW die Rückstellung für das EU-Kartellverfahren wegen Absprachen rund um die Abgasreinigung von Dieselautos auflösen konnte, nachdem die Strafe geringer ausgefallen war als angenommen. Doch auch höhere Gebrauchtwagenpreise kamen dem Autobauer zugute. Insbesondere im US-Markt konnten Leasing-Rückläufer zu höheren Preisen verkauft werden.

Gewinnmarge zwischen 7 und 9 Prozent erwartet

In der ersten Jahreshälfte hatte sich der Halbleitermangel bei BMW weniger stark ausgewirkt als bei vielen anderen Autobauern. Somit dürfte die Zahl der Auslieferungen solide über dem Niveau des Vorjahres liegen, erklärte das Unternehmen. Die Gewinnmarge in der Autosparte werde daher im Gesamtjahr das obere Ende des Korridors von 7 bis 9 Prozent erreichen. In der ersten Jahreshälfte hatte sie bei 13 Prozent gelegen. Mit zunehmender Dauer von Lieferengpässen werde die Situation um eine knappe Halbleiterversorgung aber angespannter, hieß es weiter.

rei/dpa-afx, Reuters
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