Gewinn und Umsatz steigen deutlich BMW profitiert erneut von teureren Modellen

Gute Geschäfte mit teuren Modellen treiben den Gewinn von BMW im dritten Quartal. Auch wenn die Verkäufe leicht abflachen sollten, zeigt sich der Autobauer optimistisch für das Gesamtjahr.
Kann zufrieden sein: BMW-Chef Oliver Zipse liegt mit dem Autobauer nach neun Monaten bei allen wichtigen Kennzahlen über dem Vorjahr

Kann zufrieden sein: BMW-Chef Oliver Zipse liegt mit dem Autobauer nach neun Monaten bei allen wichtigen Kennzahlen über dem Vorjahr

Foto: Sean Rayford / AP

Der Autobauer BMW stellt sich wegen der hohen Inflation und der steigenden Zinsen auf Gegenwind ein. Die Rahmenbedingungen für die Verbraucher verschlechterten sich, das werde sich in den kommenden Monaten auf das Konsumverhalten auswirken, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Erwartet werde eine "Normalisierung des überdurchschnittlich hohen Auftragsbestandes – insbesondere in Europa". Dennoch halten die Münchener an ihrer Prognose für das laufende Jahr fest. "Wir rechnen insgesamt auch 2023 mit einem positiven Momentum für unser Unternehmen", sagte Finanzchef Nicolas Peter (60). Die Aktien  verloren zunächst rund 3 Prozent.

Bis zum Jahresende rechnet BMW trotz der Energiekrise mit einem deutlichen Plus bei den Auslieferungen, nachdem die Zahl der verkauften Autos in den ersten neun Monaten noch um 9,5 Prozent geringer lag als vor Jahresfrist – für das Gesamtjahr dürfte damit die Zahl knapp unter Vorjahresniveau liegen. "Aktuell erwartet das Unternehmen nicht, dass eine mangelnde Energieversorgung die Produktion in diesem Jahr beeinträchtigen wird", hieß es. Die Energie- und Materialkosten dürften allerdings hoch bleiben.

Gewinn und Umsatz steigen zweistellig

Zugutekommen dem Autobauer die weiterhin hohen Preise für Neu- und Gebrauchtwagen. Im Sommerquartal erwirtschaftete BMW trotz steigender Energie- und Materialkosten einen Umsatz von 37,2 Milliarden Euro, gut ein Drittel mehr als vor Jahresfrist. Der Vorsteuergewinn verbesserte sich um ein Fünftel auf 4,1 Milliarden Euro. Analysten hatten weniger Umsatz und Gewinn vorhergesagt.

Für die ersten neun Monate summieren sich die Erlöse auf gut 103 Milliarden Euro, das ist rund ein Viertel mehr als im gleichen Zeitraum 2021. Das Vorsteuerergebnis schnellte um mehr als die Hälfte auf 20 Milliarden Euro nach oben. Die Gewinnmarge im Autosegment lag nach den ersten neun Monaten bei 8,7 Prozent und damit am oberen Ende der selbst gesteckten Spanne von 7 bis 9 Prozent.

Mercedes Top, VW Flop

Vor wenigen Tagen hatte bereits der Wettbewerber Mercedes-Benz über deutlich steigende Gewinne und Umsätze im dritten Quartal berichtet. Auch die Stuttgarter profitierten dabei von einem höheren Anteil teurerer Autos und der "guten Preisdurchsetzung" – und hoben ihren Ausblick an.

Volkswagen wiederum hatte im dritten Quartal wegen hoher Sonderkosten trotz eines ordentlichen Tagesgeschäfts einen spürbaren Gewinneinbruch erlitten. Die Markengruppe Premium um Audi, Lamborghini, Bentley und Ducati schraubte ihre Ziele für die Verkäufe zurück und sprach von einer anhaltend herausfordernden Versorgungslage.

rei/dpa-afx, Reuters
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