Teurere Autos BMW trotzt Chipkrise mit Gebrauchtwagengeschäft

Krise, welche Krise? BMW kann mit höheren Preisen für Neu- und Gebrauchtwagen das Absatzminus ausgleichen. Umsatz und Gewinn klettern im dritten Quartal stärker als erwartet.
Passt doch: Trotz Chipkrise hat BMW nach neun Monaten neue Bestwerte bei Auslieferungen, Umsatz und Konzernergebnis erzielt

Passt doch: Trotz Chipkrise hat BMW nach neun Monaten neue Bestwerte bei Auslieferungen, Umsatz und Konzernergebnis erzielt

Foto: Armin Weigel/ dpa

Steigende Preise für Neu- und Gebrauchtwagen sorgen für starke Geschäftszahlen bei BMW. Der Münchener Autokonzern erwirtschaftete im abgelaufenen Quartal einen Umsatz von 27,5 Milliarden Euro, das sind 4,5 Prozent mehr als vor Jahresfrist und mehr als von Refinitiv befragte Analysten erwartet hatten. Der Betriebsgewinn (Ebit) schnellte sogar um fast die Hälfte auf 2,88 Milliarden Euro nach oben, während Experten lediglich mit 2,34 Milliarden gerechnet hatten. Grund war unter anderem ein starkes Abschneiden der Finanzdienstleistungssparte, die von hohen Gebrauchtwagenpreisen profitiert. Aber auch im Kerngeschäft, dem Automobilbau, steigerte BMW das operative Ergebnis: Die von Anlegern viel beachtete Marge vor Zinsen und Steuern stieg um 1,1 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent.

"Die erfreulich stabile Marktsituation und anhaltend hohe Nachfrage haben unsere Geschäftstätigkeit im Jahresverlauf sehr positiv beeinflusst", sagte Finanzvorstand Nicolas Peter (59) am Mittwoch. Die Aktien von BMW  legten im vorbörslichen Handel mehr als 1 Prozent zu, drehten nach Handelsstart aber ins Minus.

Für das Gesamtjahr bestätigte BMW die zuletzt angehobene Prognose. Das Konzernergebnis dürfte signifikant über dem Vorjahreswert liegen, bei den Auslieferungen wird trotz der Halbleiterknappheit ein Anstieg erwartet, die Gewinnmarge im Autogeschäft (Ebit) dürfte zwischen 9,5 und 10,5 Prozent liegen. Voraussetzung sei allerdings, dass sich die weltweiten Rahmenbedingungen nicht wesentlich veränderten. "Wir sind auf der Ziellinie für unsere Jahresprognose und blicken zuversichtlich nach vorn", sagte Peter. Die Chipknappheit dürfte BMW aber auch über das Jahr 2021 hinaus beschäftigen.

Knappe Halbleiter in profitablere Modelle verbaut

Autobauer weltweit leiden an Engpässen bei den Chips und mussten deswegen ihre Produktion drosseln. Von Juli bis September übergab BMW 593.177 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce an die Kunden, 12,2 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Aber die knappen Halbleiter wurden vor allem in teurere, profitablere Modelle eingebaut, und wegen des geringeren Angebots musste BMW den Kunden weniger Rabatte geben. Auch zurückkommende Leasingfahrzeuge waren mehr wert.

Nach neun Monaten allerdings hat BMW bereits neue Bestwerte bei Auslieferungen, Umsatz und Konzernergebnis erzielt - mit 1,932 Millionen verkauften Autos, 82,8 Milliarden Euro Umsatz und einem Ergebnis von 13,2 Milliarden Euro vor Steuern.

rei/Reuters, DPA
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