Freitag, 21. Februar 2020

Auch ausgetauschte Takata-Airbags fehlerhaft BMW ruft 356.000 Autos in den USA zurück

Airbags von Takata bereiten den Autoherstellern seit Jahren Probleme. Auch nachgebesserte Versionen scheinen nicht frei von Fehlern zu sein und falsch auszulösen.
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Airbags von Takata bereiten den Autoherstellern seit Jahren Probleme. Auch nachgebesserte Versionen scheinen nicht frei von Fehlern zu sein und falsch auszulösen.

Auch der deutsche Autobauer BMW muss wegen fehlerhafter Airbags tausende Fahrzeuge in den USA zurückrufen. Betroffen sind 356.920 Pkw, wie die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA am Freitag in Washington mitteilte. Nach Unfällen mit den Airbags des japanischen Herstellers Takata wurden in die Autos andere Airbag-Systeme eingebaut. Teile dieses Systems könnten ebenfalls explodieren, hieß es nun bei der NHTSA.

Die Behörde hatte bereits mitgeteilt, dass es auch bei den in Takata-Rückrufen ersatzweise eingebauten Airbag-Inflatoren Probleme gebe, von denen viele Automarken betroffen sein könnten. Darunter befinden sich auch die deutschen Autobauer Volkswagen, dessen Tochter Audi sowie Daimler mit seinen Vans.

BMW hatte Anfang Dezember mitgeteilt, weltweit 750.000 Autos mit Takata-Airbags zu überprüfen. Wie viele der Fahrzeuge tatsächlich noch im Betriebs seien, war zu diesem Zeitpunkt unklar, da Autos ab dem Baujahr 1997 betroffen seien. In Deutschland seien 210.000 Autos betroffen, hieß es seinerzeit.

Möglicherweise 10 Millionen Airbags in den USA betroffen

Produziert hatte Takata schätzungsweise 10 Millionen der möglicherweise fehlerhaften Teile für den US-Markt. Wie viele davon insgesamt in Autos eingesetzt sind, sei noch unklar. Einige Hersteller hätten bereits mit entsprechenden Rückrufen begonnen. So hatte vor wenigen Tagen der japanische Hersteller Nissan mehr als 300.000 Wagen zurückgerufen.

Defekte Airbags des Herstellers Takata bereiten den Autobauern seit Jahren Probleme und haben den bislang größten US-Autorückruf verursacht. Zu stark auslösende Luftkissen, die Teile der Metallverkleidung durch das Fahrzeug schleudern, werden mit zahlreichen Verletzungen und Dutzenden Todesfällen in Verbindung gebracht.

Takata hat in den USA ein Schuldgeständnis wegen Herstellerfehlern abgegeben und eine Milliardenstrafe akzeptiert. Das Airbag-Debakel trieb das Unternehmen 2017 in die Insolvenz.

rei/dpa

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