Große Nachfrage BMW plant Sonderschichten für E-Auto i4

Wegen besonders großer Nachfrage nach dem Elektro-Coupé i4 sollen die Mitarbeiter von BMW in München zusätzliche Schichten einlegen. Halbleiterknappheit spielt dabei keine Rolle – BMW sicherte sich mit einem Deal künftigen Nachschub.
Fahrzeugproduktion im BMW-Werk in München: Für den i4 sollen dort künftig Sonderschichten eingelegt werden

Fahrzeugproduktion im BMW-Werk in München: Für den i4 sollen dort künftig Sonderschichten eingelegt werden

Foto: Sven Hoppe / dpa

Der Autobauer BMW will wegen der hohen Nachfrage nach dem vollelektrischen Coupé i4 zusätzliche Schichten im Werk München einführen. Darüber gebe es jetzt Gespräche mit dem Betriebsrat, sagte eine BMW-Sprecherin am Mittwoch. Eine Möglichkeit sei zum Beispiel, zusätzlich zu den täglich zwei Schichten von Montag bis Freitag am Samstag zu arbeiten.

Die Nachfrage nach dem i4 sei "höher als erwartet", die Wartezeiten gingen bis ins zweite Quartal 2022, hieß es. Die Produktion des großen Coupés, das mit den Elektroautos von Tesla konkurriert, lief Ende Oktober an – etwas früher, als ursprünglich geplant. Laut Vertriebsvorstand Pieter Nota (57) gibt es in Europa gegenwärtig eine signifikant fünfstellige Zahl an Aufträgen für den i4.

Bisher werden in München täglich rund 1000 Autos der 3er- und 4er-Reihe gebaut. Der vollelektrische i4 läuft dort jetzt vom selben Band wie die 3er und 4er mit Benzin-, Diesel- und Hybridantrieb. Die Fahrzeuge unterscheiden sich vor allem durch den Elektroantrieb und die Batterie.

Theoretisch könnte der i4 auch im BMW-Werk in Mexiko gebaut werden, wo ebenfalls 3er und 4er vom Band laufen. Aber kurzfristig sei das wegen der notwendigen Anlagen und Mitarbeiterschulung nicht umsetzbar, es gebe dazu auch keine konkreten Pläne, sagte eine Sprecherin. Möglich sei es aber, in München mehr Kapazität für den i4 zu schaffen durch Verlagerung von 3er-Aufträgen an andere Standorte.

BMW schließt Chip-Deal ab

Von Halbleiterengpässen ist die Produktion des neuen Elektroautos weniger betroffen: Es genießt bei der Versorgung "eine gewisse Priorität" im Konzern, wie der Münchner Werksleiter Peter Weber beim Produktionsstart sagte.

Zudem sichert sich BMW einen längerfristigen Zugang zu Mikrochips. Der Autokonzern schloss eine Partnerschaft ab mit dem Münchner Halbleiterhersteller Inova Semiconductors und dem US-Chipproduzenten Globalfoundries und bekommt von ihnen jährlich mehrere Millionen Speicherchips geliefert, wie BMW am Mittwoch mitteilte. "Das erhöht die Planungssicherheit und Transparenz über die benötigten Mengen und sichert unseren Bedarf nachhaltig", sagte Vorstandsmitglied Andreas Wendt (63). Die Halbleiter werden zunächst im Elektroauto BMW iX und später auch bei anderen Modellen eingesetzt.

Weltweit gibt es derzeit einen Mangel an Halbleitern, unter dem vor allem die Autohersteller leiden. Immer wieder standen deshalb Bänder still und es kam zu Kurzarbeit. BMW hatte Mitte November eine Kooperation mit dem US-Speicherchipkonzern Qualcomm vereinbart, um sich Lieferungen von Halbleitern für autonomes Fahren zu sichern.

cr/dpa-afx, Reuters
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