Dienstag, 26. Mai 2020

Rennen um die Premium-Krone Mercedes behauptet sich vor BMW und Audi

Die Marke mit dem Stern hatte BMW vor drei Jahren beim Absatz überholt und seitdem die Spitzenposition beim Absatz nicht mehr abgegeben
Federico Gambarini/ DPA
Die Marke mit dem Stern hatte BMW vor drei Jahren beim Absatz überholt und seitdem die Spitzenposition beim Absatz nicht mehr abgegeben

Kürzlich berichtete die BMW-Gruppe, dass 2019 der Absatz der Marken BMW, Mini und Rolls Royce auf 2,52 Millionen gestiegen sei. Details zu den Verkäufen der Kernmarke BMW machte der Konzern nicht. Über alle Marken sei man aber "weltweit führender Hersteller von Premiumautos".

Natürlich existiert dieser Titel nur inoffiziell. Tatsächlich dürfte in den Konzernzentralen von München und beim Erzrivalen Mercedes in Stuttgart auch entscheidender sein, welchen Gewinn der Hersteller jeweils pro Auto einfährt. Doch lassen können sie es nicht - das öffentlichkeitswirksame Gerangel um Größe und inoffizielle Titel.

So lassen die Stuttgarter am Donnerstag keinen Zweifel daran, wer sich die Premium-Krone 2019 aufsetzen darf: "Mercedes-Benz bleibt die Nummer 1 unter den Premium-Automobilmarken", titelt der Daimler-Konzern in seiner Mitteilung. Während sich BMW mit Details zurückhielt nimmt man es in Stuttgart ganz genau:

2.339.562 Pkw mit dem Stern lieferte Daimler Börsen-Chart zeigen 2019 aus: ein Plus von 1,3 Prozent. Einschließlich der Marke Smart lieferte Mercedes-Benz Cars 2.456.343 Autos aus, ein Plus von 0,7 Prozent.

Glaubt man Flüsterschätzungen, wird die Marke BMW wohl nicht über 2,2 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge gelangen. An der alten Rangordnung - Mercedes vor BMW - dürfte sich also nichts geändert haben. Der Erzrivale veröffentlicht seine Verkaufszahl für die Marke BMW am Freitag, lag aber bis Ende November um noch mehr als 100.000 Einheiten hinter den Schwaben auf Platz zwei.

Audi legte im Dezember Endspurt hin

Aber es gibt ja noch einen dritten Wettbewerber im Rennen um die Premium-Krone. In der Vergangenheit ins Hintertreffen geraten, hat die Volkswagen-Tochter Audi im Jahresendspurt den Absatz auf weltweit 1,846 Millionen verkaufte Autos hochgeschraubt (plus 1,8 Prozent). Dabei sei allein im Monat Dezember der Absatz um 14 Prozent geklettert.

Ähnlich wie bei Volkswagen erklärt sich das kräftige Absatzplus bei Audi mit schwachen Vorjahreswerten, als die Umstellung auf den neuen Abgasstandard WLTP zu erheblicher Verzögerung bei den Auslieferungen führte.

Was die Zahlen und Mittelungen auch zeigen: Alle drei Premiumhersteller profitierten im vergangenen Jahr von der starken Nachfrage nach den beliebten Sportgeländewagen (SUV). In diesem Segment stiegen bei Audi die Verkäufe um fast 50 Prozent im vergangenen Jahr. Mit rund 784.000 verkauften Einheiten waren die SUV bei Mercedes das volumenstärkste Segment.

Alle drei Premiumhersteller schwimmen auf der SUV-Welle

Für Daimler-Chef Olaf Källenius stellten die Zahlen "einmal mehr" die Beliebtheit und damit den "Wert" der Marke Mercedes auch in Zeiten des tiefgreifenden Wandels der Mobilität unter Beweis. Mit Investitionen in neue Technologien und "profitables Absatzwachstum" ebne der Konzern den Weg, "um mit Mercedes-Benz als Pionier für nachhaltigen Luxus den globalen Premiummarkt auch in der Ära der CO2-neutralen Mobilität anzuführen."

Doch da dürfte der im vergangenen August angetretene neue BMW-Chef Oliver Zipse sicher noch ein Wort mitreden. Schließlich werde man "als Gewinner aus dem Umbruch unserer Branche hervorgehen", wie Zipse selbstbewusst betonte.

Was wiederum Markus Duesmann dann ab April für den scheidenden Bram Schot bei Audi auf die Beine stellt, bleibt abzuwarten. Klar ist, die Erwartungen sind hoch an den ausgebildeten Ingeniuer und ehemaligen BMW-Einkaufsvorstand.

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung