Neuzulassungen Deutsche Liebe zu SUV und Geländewagen ungebrochen

Die Erholung auf dem deutschen Automarkt stoppt im Juli abrupt. Nach vier Monaten mit Zuwächsen brechen die Zulassungszahlen wieder ein. Gut jede dritte Zulassung entfiel zuletzt auf SUV oder Geländewagen.
Groß, breit, schwer: Deutsche Autokäufer stehen weiter auf SUV und Geländewagen

Groß, breit, schwer: Deutsche Autokäufer stehen weiter auf SUV und Geländewagen

Foto: Stefan Zeitz / imago images

Geländewagen und SUV stehen bei Autokäuferinnen und -käufern weiter hoch im Kurs. Gut jede dritte Neuzulassung entfiel im Juli auf eines der beiden Segmente, geht aus Zahlen des Kraftfahrtbundesamts  hervor. Insgesamt aber ist die Erholung auf dem deutschen Pkw-Markt schon wieder zu Ende. Nach vier Monaten mit kräftigen Zuwächsen im Vergleich zum schwachen Vorjahr brachen die Neuzulassungen im Juli um ein Viertel auf rund 236.400 Fahrzeuge ein. Nach sieben Monaten blieb mit 1,6 Millionen Neuregistrierungen noch ein Plus von rund sieben Prozent.

Erholung auf deutschem Automarkt stoppt im Juli abrupt

In den Monaten März bis Juni waren die Neuzulassungen gegenüber dem schwachen Vorjahr stark gestiegen, weil während des ersten Lockdowns die Autoproduktion und der Handel stillstanden und das Geschäft danach langsam wieder in Gang kam. Inzwischen können die Autobauer wegen des Halbleitermangels nicht so viele Autos bauen, wie sie verkaufen könnten.

Während die Zulassungen von Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotoren im Juli stark schrumpften, waren elektrisch betriebene Wagen weiter gefragt. Reine Elektroautos und Plug-In-Hybride kamen bei den Neuzulassungen zusammen auf einen Anteil von 23,6 Prozent. Dabei zogen die Neuregistrierungen von reinen Stromern im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 52 Prozent auf 25.500 Fahrzeuge an (Anteil 10,8 Prozent). Noch höher war mit das Plus von 58 Prozent bei Plug-in-Hybriden mit 30.000 Neuzulassungen (Anteil 12,8 Prozent).

Für Autos mit Elektroantrieb gibt es Kaufprämien, die sich zusammen mit dem Anteil der Hersteller auf bis zu 9000 Euro belaufen können. Gleichwohl erklärte Experte Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY, auch im Boom-Segment Elektroauto habe sich das Wachstumstempo "massiv verringert". Im Juni hatte sich der Absatz von E-Autos noch vervierfacht, der von Plug-in-Hybriden verdreifacht. "Der Chipmangel trifft auch das Elektro-Segment hart", sagte er.

rei/Reuters/DPA/AFP