Elektrische Antriebe BMW investiert eine Milliarde Euro in Steyr

Ab 2025 sollen am BMW-Standort in Steyr die E-Antriebe der nächsten Generation entstehen. Dafür investiert der Automobilhersteller rund eine Milliarde Euro. Durch die geplante deutliche Kapazitätserweiterung bleibt das Werk in Österreich der führende Antriebsstandort von BMW.
BMW will den Anteil der Elektroautos steigern: Stromkabel hinter einem elektrisch angetriebenen BMW i3

BMW will den Anteil der Elektroautos steigern: Stromkabel hinter einem elektrisch angetriebenen BMW i3

Foto: Jan Woitas / dpa

BMW investiert rund eine Milliarde Euro in sein Motorenwerk im österreichischen Steyr. Für das Geld solle bis 2030 die Anlage für die Fertigung und die Entwicklung von elektrischen Antrieben gerüstet werden, teilte der Münchener Automobilhersteller am Montag mit. Produktionsvorstand Milan Nedeljkovic (53) sagte, ab 2025 sollen in der Anlage Teile für Elektroautos gebaut werden.

In Steyr befindet sich das größte Motorenwerk von BMW, jährlich werden dort die Motoren für rund eine Million Autos gebaut. BMW bringt ab 2025 die "Neue Klasse" auf den Markt und rechnet damit, auf diese Weise den Anteil der Elektroautos deutlich zu steigern. Bis Ende des Jahrzehnts erwarten die Münchener, dass mindestens jeder zweite BMW elektrisch fährt. Ein formelles Enddatum für Verbrennerfahrzeuge hat sich der Konzern – anders als die meisten seiner Konkurrenten – jedoch nicht gesetzt.

Werksleiter Alexander Susanek (45) bezeichnete diesen Schritt als wichtigsten Meilenstein seit der Grundsteinlegung 1979. "Wir werden künftig pro Jahr über 600.000 E-Antriebe produzieren – parallel zur anhaltend hohen Produktionsauslastung mit Diesel- und Benzinmotoren. Bis 2030 wird rund die Hälfte unserer 4.400 Beschäftigten im Bereich der Elektromobilität tätig sein. Das ist auch ein enorm wichtiger Schritt, um die Arbeitsplätze hier am BMW Group Standort Steyr langfristig abzusichern", so Susanek. In Steyr werden künftig alle Kernkomponenten der E-Antriebsmaschine produziert, dazu gehören Rotor und Stator, das Getriebe, der Inverter und das Gehäuse.

Für diese Aufgaben werden laut BMW-Angaben sowohl bestehende Produktionsflächen umgebaut als auch neue Flächen geschaffen: Eine zweigeschossige Produktionshalle werde Platz für zwei Linien zur Montage der E-Antriebe inklusive der Getriebemontage bieten. Das neue Gebäude werde zudem für die Herstellung der Leistungselektronik in Sauberraum-Technik genutzt. Ein zweiter Neubau erweitert dann die Logistikflächen.

"Wir stärken den Standort Steyr, indem wir die Kompetenzen für die elektrische Antriebstechnologie weiter ausbauen. Erstmals wird eine komplett neue E-Antriebsmaschine hier in Österreich entwickelt", betonte BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber (55). Für die neuen leistungsstarken E-Antriebe nimmt der Entwicklungsstandort nach eigenen Angaben bis zum Jahr 2030 rund 230 Millionen Euro in die Hand. Bereits heute ist ein Drittel der 700 Entwickler in Steyr im Bereich der E-Mobilität tätig. Bis 2030 wird dieser Anteil auf rund 90 Prozent steigen.

hr/Reuters