Montag, 14. Oktober 2019

Keine Vertragsverlängerung erwünscht BMW-Chef Harald Krüger hört 2020 auf

"Möchte mich beruflich neu orientieren": BMW-Chef Harald Krüger
Michael Dalder/ REUTERS
"Möchte mich beruflich neu orientieren": BMW-Chef Harald Krüger

BMW-Chef Harald Krüger will sein Amt im April 2020 auslaufen lassen. Das teilte der Konzern am Freitag mit. Über die Nachfolge will der Aufsichtsrat am 18. Juli beraten. Zwei potentielle Kandidaten sind im Gespräch.

BMW-Chef Krüger steht für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung. Der Manager will den Vorstandsvorsitz im April 2020 aufgeben und seinen Vertrag nicht verlängern. Darüber habe er am Freitag Aufsichtsrats-Chef Norbert Reithofer informiert, teilte der Konzern gegen Mittag mit.

Aufsichtsratschef Norbert Reithofer erklärte, er nehme "diese Information mit Respekt und Verständnis" entgegen. Der Aufsichtsrat werde sich in seiner nächsten Sitzung am 18. Juli 2019 mit der Nachfolge befassen. Die Aktie von BMW gab am Freitagmittag rund 0,4 Prozent nach.

"Die BMW Group ist seit mehr als 27 Jahren meine berufliche Heimat. Nach über zehn Jahren im Vorstand, davon mehr als vier Jahre als Vorstandschef der BMW Group, will ich mich nun beruflich neu orientieren und meine vielfältige internationale Erfahrung in neue Aufgaben und Projekte einbringen", sagte Krüger laut Mitteilung.


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Der Maschinenbau-Ingenieur war schon 2003 in den Vorstand von BMW berufen worden und war Personalchef und Chef der Marken Mini und Rolls-Royce. Aufsehen erregte kurz nach seinem Amtsantritt sein Zusammenbruch bei eine Präsentation auf der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt. Seither gab es immer wieder Spekulationen über seinen Gesundheitszustand.

Zuletzt gab es aber auch kritische Stimmen zur Arbeit des Vorstandes. So wurde Krüger ein zu zögerlicher Umbau des Autobauers hin zur Elektromobilität vorgeworfen. BMW habe seinen Vorsprung in der Elektromobilität verspielt.

Derlei Kritik versuchte der Vorstandschef noch vor wenigen Tagen mit der Ankündigung zu kontern, BMW werde zwei Jahre früher als geplant seine Elektroautoziele erreichen und 25 Fahrzeuge mit Elektroantrieb schon im Jahr 2023 anbieten. Mehr als die Hälfte davon werde rein batteriegetrieben sein, hatte Krüger angekündigt.

Doch auch die Zahlen stimmten zuletzt nicht mehr. So war BMW im ersten Quartal in seinem Kerngeschäft auch wegen einer milliardenschweren Rückstellung für eine drohende EU-Kartellstrafe in die roten Zahlen gerutscht.

Fragen nach einer Verlängerung seines Vertrages hatte Krüger auf der Hauptversammlung im März nicht beantwortet. Als mögliche Nachfolger sind Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich und Produktionsvorstand Oliver Zipse im Gespräch.

rei mit Nachrichtenagenturen

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