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Die Tesla-Fighter der Autokonzerne in Genf: Strom-Schläger: Diese Modelle sollen Tesla (bald) Paroli bieten

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Künftig auch 3er-Reihe unter Strom BMW-Chef will mit neuer E-Auto-Strategie Tesla einholen

BMW-Chef Harald Krüger will mit einer neuen Elektroauto-Strategie dem davon eilenden Tesla-Chef Elon Musk Paroli bieten. So sollen Massenmodelle wie die 3er künftig auch mit Strom fahren.
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Deutschland ist in Sachen Elektroautos so etwas wie der "kranke Mann Europas". Die Halbjahresbilanz der neu zugelassenen E-Stromer weist gerade einmal 10.524 reine Batterieautos oder Plugin-Hybride aus. Das sind lediglich 0,6 Prozent der Neuzulassungen - und das trotz der 4000 Euro hohen, aus Steuermitteln finanzierten Kaufprämie.

Ein Grund ist, dass potenzielle Kunden die weiterhin vergleichsweise geringe Reichweite der E-Autos abschreckt, sagen Experten. Auch die mangelnde Ladeinfrastruktur schrecke deutsche Autokäufer ab. Norwegen zeigt hier, wie es anders gehen kann.

Doch es fehlt auch schlicht an Modellen, an Auswahl - eigentlich ein Armutszeugnis für ein Land mit den weltweit führenden Automobilbauern, möchte man meinen. Sicher, sie haben den Wettlauf mit Tesla angenommen. So will VW bis 2020 30 elektrisch betriebene Modelle anbieten. Fünf Jahre später soll bereits jeder vierte VW, der das Werk verlässt, ein E-Stromer sein. Auch Daimler will mehr Auswahl anbieten und auf die Straße bringen.

Bei BMW wiederum, sozusagen dem deutschen Elektroautopionier, war lange Zeit unklar, in welche Richtung hier die Anstrengungen weiter gehen sollen. Jetzt scheint sicher: BMW-Chef Harald Krüger wird in Sachen Elektromobilität seine Strategie ändern.

So wolle BMW künftig eine ganze Reihe von Modellen bereits bestehender Baureihen mit Elektroantrieb anbieten, berichtet das "Handelsblatt"  (kostenpflichtig). So sollen der Geländewagen X4, die 3er-Reihe und auch der Mini mit einem reinen Elektromotor auf den Markt kommen.

Krüger reagiere damit auf die schon jetzt hohe Nachfrage des für Anfang 2018 angekündigten "Model 3" von Tesla. Mit bislang 400.000 Vorbestellungen mache das geplante Massen-Eletroauto bereits dem 3er BMW mit Verbrennungsmotor Konkurrenz, heißt es. Und tatsächlich hinkt der mit drei Milliarden Euro entwickelte und durch seine Kohlefaser-Karosserie vergleichsweise teure "i3" sowohl bei Absatz und Reichweite Telas Angebot hinterher.

Elon Musk erhöht das Tempo - BMW-Investoren nörgeln

Zugleich Tesla erhöht das Tempo: So kündigte das Unternehmen zuletzt an, dass die bereits bestehenden Modelle "Model S" und der SUV Model X ab sofort mit einer größeren Batterie zu bestellen sind und sich damit die Reichweite auf bis zu 613 Kilometer nach dem europäischen Fahrzyklus erhöhen könne. Auch die Beschleunigung solle sich verbessern.

BMW muss also reagieren, will der Konzern nicht den Anschluss verlieren. Die Zeitung interpretiert die Kehrwende daher auch als Eingeständnis von BMW, dass die Strategie, beim Elektroautobau nur auf Kohlfaser-Karosserien zu setzen, gescheitert ist.

Investoren vermuten das schon länger, fordern vom BMW-Management, mehr Elektroautos auf die Straße zu bringen. "Von Elon Musk lernen, heißt siegen lernen", hatte Fondsmanager Ingo Speich zuletzt auf der Hauptversammlung dem Vorstand zugerufen. Dem Bericht zufolge will Krüger Ende September dem Aufsichtsrat seine neue Elektroauto-Strategie vorstellen.

Die Absatzzahlen zum Halbjahr der "i"-Baureihe unterstreichen, wie ernst die Lage ist: Der Absatz der E-Stromer war um 12,2 Prozent gegenüber dem ohnehin schon schwachen Vorjahreswert abgerutscht. Lediglich 1 Prozent aller ausgelieferten BMWs ist mit einem reinen Elektroantrieb ausgestattet. Setzt sich diese Entwicklung fort, dürfte BMW Probleme bekommen, die von der EU für das Jahr 2021 geforderten Klimavorgaben einzuhalten, sagen Experten voraus.

Der Strategieschwenk in Sachen Elektromobilität soll sich auch im Vorstand niederschlagen. So sollen die Vertriebsressorts von BMW und Mini zusammengeführt werden, heißt es im "Handelsblatt"  weiter. Außerdem soll der bislang für den Europavertrieb zuständige Manager Nicolas Peter als neuer Finanzchef und Nachfolger des aus Altergründen ausscheidenden Friedrich Eichiner in den Vorstand einziehen. Darüber hatte im Mai bereits das "Manager Magazin" berichtet.

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