Samstag, 21. September 2019

Künftig auch 3er-Reihe unter Strom BMW-Chef will mit neuer E-Auto-Strategie Tesla einholen

Die Tesla-Fighter der Autokonzerne in Genf: Strom-Schläger: Diese Modelle sollen Tesla (bald) Paroli bieten
BMW

2. Teil: Elon Musk erhöht das Tempo - BMW-Investoren nörgeln

Zugleich Tesla erhöht das Tempo: So kündigte das Unternehmen zuletzt an, dass die bereits bestehenden Modelle "Model S" und der SUV Model X ab sofort mit einer größeren Batterie zu bestellen sind und sich damit die Reichweite auf bis zu 613 Kilometer nach dem europäischen Fahrzyklus erhöhen könne. Auch die Beschleunigung solle sich verbessern.

BMW muss also reagieren, will der Konzern nicht den Anschluss verlieren. Die Zeitung interpretiert die Kehrwende daher auch als Eingeständnis von BMW, dass die Strategie, beim Elektroautobau nur auf Kohlfaser-Karosserien zu setzen, gescheitert ist.

Investoren vermuten das schon länger, fordern vom BMW-Management, mehr Elektroautos auf die Straße zu bringen. "Von Elon Musk lernen, heißt siegen lernen", hatte Fondsmanager Ingo Speich zuletzt auf der Hauptversammlung dem Vorstand zugerufen. Dem Bericht zufolge will Krüger Ende September dem Aufsichtsrat seine neue Elektroauto-Strategie vorstellen.

Die Absatzzahlen zum Halbjahr der "i"-Baureihe unterstreichen, wie ernst die Lage ist: Der Absatz der E-Stromer war um 12,2 Prozent gegenüber dem ohnehin schon schwachen Vorjahreswert abgerutscht. Lediglich 1 Prozent aller ausgelieferten BMWs ist mit einem reinen Elektroantrieb ausgestattet. Setzt sich diese Entwicklung fort, dürfte BMW Probleme bekommen, die von der EU für das Jahr 2021 geforderten Klimavorgaben einzuhalten, sagen Experten voraus.

Der Strategieschwenk in Sachen Elektromobilität soll sich auch im Vorstand niederschlagen. So sollen die Vertriebsressorts von BMW und Mini zusammengeführt werden, heißt es im "Handelsblatt" weiter. Außerdem soll der bislang für den Europavertrieb zuständige Manager Nicolas Peter als neuer Finanzchef und Nachfolger des aus Altergründen ausscheidenden Friedrich Eichiner in den Vorstand einziehen. Darüber hatte im Mai bereits das "Manager Magazin" berichtet.

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