BMW will mit Luxus-Coupé angreifen BMW-Aktionäre fordern mehr Tempo bei Elektroautos

BMW-Hauptversammlung in München: Konzernchef Harald Krüger will mit einer wiederbelebten 8er-Reihe Mercedes im Luxussegment angreifen

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Die Aktionäre drängen BMW zum schnelleren Ausbau der Elektromobilität. Mittlerweile trieben amerikanische und chinesische Unternehmen die Technologie voran, bemängelte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die Einführung wichtiger Elektroautos 2020 oder 2021 könnte zu spät kommen.

"Warum sind wir als Säbelzahntiger losgesprungen und beim Thema Elektromobilität als Bettvorleger gelandet?", bemängelte Bergdolt auf der Hauptversammlung am Donnerstag.

BMW-Chef Harald Krüger widersprach: "Wir kommen zügig voran." Die Nachfrage ziehe deutlich an, der elektrisch angetriebene i3 gehöre weltweit zu den drei meistverkauften Elektro-Modellen. Im laufenden Jahr wolle BMW 100.000 E-Autos verkaufen. Krüger plädierte erneut für eine staatliche Förderung von Elektrofahrzeugen, die teurer sind und weniger Reichweite haben als Modelle mit Verbrennungsmotoren.

BMW will 8er-Baureihe wiederbeleben und mit Luxus-Coupé angreifen

Im Geschäft mit konventionellen Autos setzen die Münchner im Rennen mit Mercedes um die Premium-Marktführerschaft auf das oberste Luxussegment. "Wir schalten auf Angriff", erklärte Krüger. Zuletzt war Mercedes an BMW vorbeigezogen. Ab dem kommenden Jahr soll es mit dem 8er wieder einen hochmotorisiertes Luxus-Coupé von BMW geben, kündigte der Konzernchef an.

"Mit unserer Strategie legen wir einen Fokus auf das Luxussegment. Hier erzielen wir hohe Renditen." BMW solle die stärkste Marke in diesem Segment werden. "Bis 2020 wollen wir Absatz und Umsatz in der Luxusklasse deutlich erhöhen."

Die klassische 8er-Baureihe liegt seit der Jahrtausendwende brach. Seinerzeit hatte BMW in fast zehn Jahren keine 40.000 Modelle von dem mehr um die 300 PS starken Auto verkauft. Seit 2014 bieten die Münchner einen i8 als Hybridfahrzeug an.

BMW  hatte im vergangenen Jahr den siebten Rekordgewinn in Folge erzielt und peilt im laufenden Jahr einen weiteren Zuwachs bei Absatz, Umsatz und Gewinn an. Allerdings haben die Münchner ihre Spitzenposition in der Oberklasse im vergangenen Jahr an Mercedes verloren. Zudem verlor die BMW-Aktie an Wert.

Ein Drittel des Gewinns als Dividende an Aktionäre

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Krüger sagte: "Zukunftsfähigkeit umfasst mehr als gute Absatzzahlen" und verwies darauf, dass BMW beim Absatz inklusive Mini und Rolls-Royce der führende Premiumhersteller weltweit bleibe.

Im vergangenen Jahr hatte BMW  2,4 Millionen Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce verkauft und unter dem Strich 6,9 Milliarden Euro Gewinn gemacht - 8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Ein Drittel des Gewinns soll als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Die Großaktionäre Susanne Klatten und Stefan Quandt erhalten auf diese Weise in diesem Jahr rund eine Milliarde Euro Dividende von BMW.

la/rei/dpa/Reuters/afp
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