Freitag, 20. September 2019

Marge in Autosparte nur noch 6,5 Prozent BMW hält trotz Gewinneinbruch an Prognose fest

"Wir liegen nach den ersten sechs Monaten auf Kurs, um unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen": Harald Krüger, scheidender BMW-Chef
Christof Stache / AFP
"Wir liegen nach den ersten sechs Monaten auf Kurs, um unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen": Harald Krüger, scheidender BMW-Chef

Der designierte neue BMW-Chef Oliver Zipse muss den Autobauer zu Beginn seiner Amtszeit durch schwieriges Fahrwasser führen: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern brach im zweiten Quartal um ein Fünftel auf 2,2 Milliarden Euro ein. Zum einen, weil BMW hohe Vorleistungen für neue Technik und neue Modelle erbringt. Zum anderen bekommt der Premiumhersteller die schwache Autokonjunktur weiter zu spüren. Das Ergebnis war in etwa von Analysten so erwartet worden.

Im Kerngeschäft mit Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce brach das Ergebnis sogar um 23,4 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro ein. Hier rutschte die operative Marge von 8,6 Prozent vor einem Jahr auf 6,5 Prozent ab. Im Gesamtjahr erwartet der Vorstand im Autogeschäft unverändert eine Ebit-Marge von 4,5 bis 6,5 Prozent.

Allerdings lag der Umsatz von BMW etwas höher als erwartet. Der Konzern bestätigte seine Jahresprognose. Anleger honorierten dies: Die Aktie von BMW Börsen-Chart zeigen legte bis Donnerstag Mittag um rund 2 Prozent zu.

Verkaufszahlen steigen auf Höchstwert

Unter dem Strich fiel der Nettogewinn mit 1,48 Milliarden Euro 28,7 Prozent schmaler aus. Der Konzernumsatz zog allerdings um knapp 3 Prozent auf 25,7 Milliarden Euro an. Getrieben wurden die Umsätze von steigenden Auslieferungen. Mit fast 638.000 verkauften Fahrzeugen kletterte die Verkaufszahl im zweiten Quartal auf einen neuen Bestwert. Analysten hatten mit einem Umsatz von 25,4 Milliarden Euro gerechnet. Zugleich trugen steigende Erlöse in der Finanzdienstleistungssparte und bei den Motorrädern zu dem Umsatzplus bei.

"Wir liegen nach den ersten sechs Monaten auf Kurs, um unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen", erklärte Vorstandschef Harald Krüger, der Mitte August von Produktionsvorstand Oliver Zipse an der Konzernspitze abgelöst wird.

Die Kosten für Forschung und Entwicklung lagen im Quartal mit 1,4 Milliarden Euro 5,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Investitionen in Sachanlagen stiegen um mehr als ein Drittel an. BMW investiert in neue Modelle und baut die Werke für die gleichzeitige Fertigung von Verbrennern und Elektromotoren um.

Der Barmittelzufluss aus dem Autobau betrug im zweiten Quartal nur noch 869 Millionen Euro und damit nur noch gut die Hälfte vom Jahr zuvor. Finanzchef Nicolas Peter sprach jedoch von einem soliden Free Cashflow angesichts der hohen Vorleistungen. Der Barmittelzufluss gibt Investoren sowohl Aufschluss über den Spielraum für die Dividende als auch über die Ausgabendisziplin.

Um den Problemen in der Branche zu begegnen, hatte BMW bereits ein Sparprogramm aufgelegt, das bis Ende 2022 insgesamt 12 Milliarden Euro erzielen soll. Diesen Plan muss nun Zipse umsetzen. Die Entwicklung neuer Modelle soll schneller werden, fast die Hälfte der heutigen Antriebsvarianten dürfte entfallen. Die Mitarbeiterzahl soll dieses Jahr nicht wachsen.

rei/Reuters/dpa

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